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BR Heimat - Habe die Ehre! Moderation: Rudi Küffner

Richter a.D. Juergen Hanreich mit Moderator Rudi Küffner (links). | Bild: BR

Mittwoch, 20.02.2019
10:05 bis 12:00 Uhr

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Im April 2001 beginnt der Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann Anton Malloth. Er soll Häftlinge zu Tode geprügelt haben. Für den Richter Jürgen Hanreich kein Fall wie jeder andere. Auch Jahre danach lässt es ihm keine Ruhe. In seinem Buch "Das späte Urteil" geht er auch dem Versagen der Justiz auf den Grund. Er ist in "Habe die Ehre!" bei Rudi Küffner zu Gast.

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Im April 2001, 56 Jahre nach Kriegsende, beginnt im Untersuchungsgefängnis München-Stadelheim der aufsehenerregende Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann Anton Malloth, der als Wachmann im Gestapogefängnis „Kleine Festung“ in Theresienstadt Häftlinge zu Tode geprügelt haben soll. Für den Richter Jürgen Hanreich, den langjährigen Vorsitzenden des Schwurgerichts München, wird es sein persönlichster Prozess - der einzige, dessen Unterlagen er sorgsam aufbewahrt. Wie sehr dieser Fall seine familiären Wurzeln betrifft, wird er im Gespräch mit Rudi Küffner erläutern.

„Sie waren nicht dabei!“ Diese Worte des Angeklagten treiben Jürgen Hanreich auch Jahre später um. Mit seinem Buch "Das späte Urteil" legt er Rechenschaft ab über seinen Umgang mit der deutschen Vergangenheit und geht der Schlussstrich-Mentalität der Deutschen nach dem Krieg sowie dem Versagen der Justiz auf den Grund. Sein Bericht ist ein eindrucksvoller Blick hinter den Richtertisch, eine späte, ernsthafte Suche nach Erkenntnis und Wahrheit.

Info zum Buch
Jürgen Hanreich
Das späte Urteil.
Ein Münchner NS-Prozess oder das Versagen der Nachkriegsjustiz
Volk-Verlag, 192 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: 978-3-86222-294-0