BR Heimat

Charlotte Holzer und ein Kleid aus Glas BR Heimat - Habe die Ehre! Moderation: Michael Hafner

Michael Hafner und Charlotte Holzer | Bild: BR/Johanna Schlüter

Donnerstag, 11.10.2018
10:05 bis 12:00 Uhr

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Glasfasern sorgen dafür, dass Daten schnell übertragen werden können. Auf der Weltausstellung 1893 in Chicago war ein Kleid aus Glasfasern die Atttraktion. Das schillernde Stück wird zur Zeit im Deutschen Museum von Charlotte Holzer restauriert.

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Aus Glas lässt sich so manches anfertigen: Vom Fenster bis zum Bierglas, Handy-Displays, Salatschüsseln, Brillen und Glasfaserkabel für die schnelle Datenübertragung. Aber ein Kleid? Das mag abwegig klingen, aber das gibt's. Bzw. gab's. Bei der Weltausstellung 1893 in Chicago war das Kleid aus Glas eine Attraktion - und ein Werbecoup. Die "Libbey Glass Company" aus Ohio präsentierte sich in Chicago in einem "Kristall-Palast", einer Welt aus Glas. Die Firma stellte Glühbirnen und Gläser her, das Glasfaserkleid war einfach eine "Spinnerei". Im wahrsten Wortsinn, denn das Glas wurde gesponnen, schon im frühen 18. Jahrhundert zeigten Glasbläser diese Kunst auf Jahrmärkten. Sie erhitzten eine Glasstange über dem Bunsenbrenner, zogen einen Faden ab und ließen ihn über ein Spinnrad laufen. Mit Seide verwebt entstand ein schillernder Materialmix.

Eines dieser Glaskleider ist im Deutschen Museum in München daheim. Es zeugt von der handwerklichen Glasfaserproduktion, ab 1930 wurden die Glasfasern maschinell erstellt. Charlotte Holzer ist Textilrestauratorin und für das Glasfaserkleid zuständig. Sie schreibt ihre Doktorarbeit an der TU München und musste sich in das Thema Glas erst einarbeiten. Ein spannendes Feld, über das sie in "Habe die Ehre!" bei Michael Hafner berichten wird.