BR Heimat

Zeit für Bayern Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Uranpechblende | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 09.06.2018
21:05 bis 22:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BR Heimat

Steinreiche Oberpfalz
Der lange Weg nach Wackersdorf
Von Harald Grill

Ökokatastrophen, Räuber und grüne Zukunft
Das altbayerische Donaumoos
Von Renate Eichmeier

Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Steinreiche Oberpfalz
Der lange Weg nach Wackersdorf
Von Harald Grill

Die steinigen Böden der Oberpfalz gaben nie viel her. Man sprach nicht ohne Grund von der "Steinpfalz". Angefangen bei den sagenumwobenen Venezianern, den exotischen Schatzsuchern aus der Fremde, schien aber so mancher hier Reichtümer unter der Erde zu riechen, wie Wildschweine die Trüffel. Wegen der Eisenerzvorkommen nannte man die Oberpfalz sogar die "Waffenkammer des Mittelalters". Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im Windschatten des Wettrüstens entlang der Grenze zu Bayern auf tschechischer Seite mehrere Bergwerke zur Förderung von Uran für die sowjetischen Atombomben.
1956 vergab Franz Josef Strauß, damals Bundesminister für Atomfragen, die Schürfrechte für Bayern, zunächst fürs Fichtelgebirge, dann für die Oberpfalz. Versuchsbergwerke brachten wenig Ausbeute. So änderte Strauß die lang gehegten Pläne für den heimischen Uranabbau und favorisierte eine Anlage zur Wiederaufbereitung abgebrannter Kernbrennstäbe in Wackersdorf. Diese Zeiten sind vorbei. Man ist nur noch auf der Suche nach einem sicheren Endlager.
Harald Grill reist durch die Oberpfalz und erkundigt sich bei Minerialiensammlern nach Fluch und Segen des unterirdischen Reichtums.

Ökokatastrophen, Räuber und grüne Zukunft
Das altbayerische Donaumoos
Von Renate Eichmeier

Das Donaumoos zwischen Ingolstadt, Neuburg an der Donau und Pöttmes ist das größte zusammenhängende Niedermoor Süddeutschlands. Was sich heute als beschauliche Landschaft präsentiert, war bis vor etwa 200 Jahren ein unzugängliches Sumpfgebiet, dessen Irrlichter die Fantasie der Menschen in der Umgebung anregten. In den 1790er Jahren begann seine Trockenlegung. Siedler aus ganz Bayern kamen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, versanken aber in der Regel in Schulden und Armut: Es folgten soziale Spannungen und spektakuläre Verbrechen, die die "Mösler" bis weit ins 20. Jahrhundert in Verruf brachten.
Diese Zeiten sind vorbei. Dafür kämpft das Donaumoos mit Umweltproblemen im Zusammenhang mit der Entwässerung und landwirtschaftlichen Nutzung: Der Torfboden schwindet, er oxidiert an der Luft, wodurch das Moos zu einem der größten CO2-Emittenten Bayerns wird. Dazu steigt die Gefahr von Hochwasserkatastrophen. Seit 1996 klärt die Umweltbildungsstätte "Haus im Moos" in Karlshuld über Geschichte und Ökologie des Donaumooses auf. Auf dem dazugehörigen Freigelände lebt die größte Wisentherde Bayerns. Ziel ist es, Alternativen zur bisherigen landwirtschaftlichen Intensivnutzung zu finden: eine extensive Weidehaltung, die den Torfkörper schont und das Moos langfristig erhält.
(Wiederholung vom 10.07.2016)

Akustische Reisen durch Bayern Regionen

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