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"D'Haberer" Hans Weiß und Schorsch Köck BR Heimat - Habe die Ehre! Moderation: Markus Tremmel

"Haberer" Hans Weiß (links) und Schorsch Köck (rechts im Bild) | Bild: BR/Angelika Köck

Dienstag, 06.02.2018
10:05 bis 12:00 Uhr

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Das "Haberfeldtreiben" war längst verboten, doch 2008 eskalierte der Milchstreit und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner wurde auf seinem Hof von "Haberern" heimgesucht. Was der Verein "D'Haberer" in Miesbach macht, erzählen Hans Weiß und Schorsch Köck bei Markus Tremmel.

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Das Haberfeldtreiben hatte sich zwei Jahrhunderte in Oberbayern gehalten. Ein unseliger Brauch, dem oft Frauen zum Opfer fielen, wenn sie gegen Konventionen verstoßen hatten und zum Beispiel unehelich schwanger waren. Erste Belege für das Treiben datieren auf das Jahr 1675 in Fischbachau, besser belegt ist ein Treiben von 1716 in Vagen im heutigen Landkreis Rosenheim. Zwei Dutzend vermummter Gestalten schlugen Lärm und hielten ihr eigenes Gericht ab über die Verfehlungen der Bauerstochter.

Die "Haberer" gab's fast ausschließlich im Voralpenland, es waren immer nur Männer. Historiker gehen davon aus, dass sich das Treiben als Rügebrauch entwickelt hat, den es in vielen Kulturen gab. Anfangs war das Habererwesen sogar von der Geistlichkeit geduldet, aber das Königreich Bayern machte ab 1806 klar, dass nur der Staat das Justizmonopol innehatte. Und nach einem riesigen Treiben mit 300 Männern am Kreuzberg bei Miesbach bereitete die bayerische Regierung der Selbstjustiz 1893 ein gewaltsames Ende. 2008 eskalierte dann der Streit unter den Bauern um die Milchpolitik, in einem Haberfeldtreiben wurde Bauernpräsident Gerd Sonnleitner heimgesucht.

Bis heute fasziniert das Haberfeldtreiben. Seit 1963 gibt's in Miesbach den Verein "D'Haberer", der sich seine wenigen Mitglieder sorgfältig aussucht. In "Habe die Ehre!" sind Hans Weiß und Schorsch Köck bei Markus Tremmel zu Gast. Sie erzählen, welche Aufgaben die Haberer heutzutage haben.