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40 Jahre Gebietsreform Bayerische Zwangsehen

Sie begann mit den Landkreisen und endete sechs Jahre später bei den Gemeinden. Vom Juli 1972 bis zum Mai 1978 machte die Gebietsreform aus dem kommunalen Fleckerlteppich in Bayern ein modernes Verwaltungsparkett.

Von: Rudolf Erhard

Stand: 16.05.2018 | Archiv

Die Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte wurde halbiert, die der Gemeinden um über 5.000 reduziert. Da dominierten Zwangsehen statt Liebesheiraten. Doch dem ersten Aufschrei folgte alsbald die Einsicht der Vernunft. Ein Volksbegehren gegen die bayerische Gebietsreform unterstützten nur 3,7 Prozent der Bürger.

Bayern profitiert von schlankerer Gemeindeverwaltung

Heftiger Widerstand schlug Innenminister Merk vielerorts entgegen

Heute profitiert das moderne Bayern von der schlankeren Kommunalverwaltung. Zurück geblieben sind Dörfer, denen mit der Selbstverwaltung die gesamte dörfliche Infrastruktur weggebrochen ist – vom Dorfladen bis zur Dorfwirtschaft. Zurück bleiben aber auch ein paar mehr oder weniger erfolgreiche Rebellengemeinden und einige Verschwörungstheorien. Ein bisschen nachweinen und dann nach vorne schauen – so haben die Bayern schon immer auf die Zumutungen „von oben“ reagiert.


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