Bayern 2


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Wenn der Nachschub fehlt Wo spüren Sie Lieferengpässe?

Autohersteller müssen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, Handwerkern fehlen Baustoffe, Sneaker sind oft nicht lieferbar ... Wieso gibt es plötzlich Lieferengpässe und wie sind Sie davon betroffen?

Stand: 12.10.2021

Computerchips, Stahl, Holz, Fahrräder, Medizinprodukte, Schuhe, Sportartikel, Spielwaren ... die Liste der Produkte, bei denen es zunehmend zu Lieferengpässen kommt, wird immer länger.

Inzwischen seien weite Teile des deutschen Mittelstands betroffen, heißt es: Gegenwärtig sollen 48 Prozent der rund 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen unter Lieferengpässen leiden, wie in einer am Montag veröffentlichten Sonderbefragung für die staatliche Förderbank KfW steht. Im Baugewerbe melden 78 Prozent Materialknappheit. Auch im Einzelhandel kann gegenwärtig nicht jede Bestellung erfüllt werden. 74 Prozent der Einzelhändler klagten im September über entsprechende Probleme, das ergab eine Umfrage des ifo-Instituts. "Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden," so Klaus Wohlrabe, Stellvertretender Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

"Verfügbarkeitsrisiko" für Importe

30 Prozent aller in die Europäische Union importierten Güter haben bei weltwirtschaftlichen Schocks ein "Verfügbarkeitsrisiko", teilte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) am Montag mit. In Deutschland mit seiner starken Industrie falle ein überdurchschnittlich hoher Anteil von 35 Prozent der importierten Güter in die Kategorie "riskant". Für die Studie analysierten die WIIW-Forscher 4.700 Waren und Vorprodukte unter dem Gesichtspunkt möglicher Lieferengpässe bei weltwirtschaftlichen Schocks. Dabei wurden Faktoren wie Marktkonzentration, die Dominanz einzelner Lieferanten und die Verfügbarkeit von Ersatz berücksichtigt. "Insbesondere bei Hochtechnologie und Medizinprodukten stellen wir eine große Abhängigkeit von asiatischen Produzenten fest, allen voran aus China", erklärte das WIIW.

Übrigens: Die aktuellen Lieferengpässe beurteilten die WIIW-Forscher als "vergleichsweise harmlos". Wirklich gefährlich wäre hingegen "ein Stopp von Exporten aus politischen Gründen im Rahmen eines Handelskonfliktes, wie er derzeit zwischen den USA und China tobt".

Wo spüren Sie Lieferengpässe?

Wurden Sie wegen Lieferengpässen in Kurzarbeit geschickt? Geht ein Bauvorhaben nicht weiter, weil Material fehlt? Fahren Sie noch immer mit dem alten Fahrrad? Wo spüren Sie Lieferengpässe, hat das Tagesgespräch gefragt.

Zu Gast im Tagesgespräch bei Moderator Stefan Parrisius war Dr. Klaus Wohlrabe, stellvertretender Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

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