Bayern 2


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Wildtiere in der Stadt Geliebt, gefürchtet, gejagt

Auch wilde Tiere leben gerne in der Stadt. Dort ist reichlich Futter vorhanden und die Lebensräume sind oft besser als auf dem Land. Kommt es zu Konflikten mit den Menschen, greift der Stadtjäger ein.

Von: Andreas Höfig

Stand: 20.01.2021 | Archiv

Schwäne im Park | Bild: BR / Andreas Höfig

Niemand weiß genau, wie viele wilde Tiere in den bayerischen Großstädten leben. Allein in München soll es zwischen 3000 und 5000 Füchse geben. In großen Grünanlagen leben Rehe und Kaninchen in Koloniestärke.

Wildschweine, Dachse und Waschbären streifen nachts durch die Hinterhöfe und plündern die Müllcontainer. Aber nicht nur das Futterangebot lockt die Tiere in den Großstadtdschungel. Dank der strengen Umweltauflagen bieten sich auch gute Lebensbedingungen. Die Bestände wachsen. Die Artenvielfalt nimmt zu.

"Wenn Karnickel da sind, wird der ganz spezialisierte Kaninchenräuber kommen, das ist der Iltis. Wenn der ein Tier reißen würde, bleiben Reste über. Dann kommt die nächste Tierart. Das wäre die Krähe, die sagt: Komm, da liegt ja was. Jetzt kriegen die ein gutes Nahrungsangebot und jetzt steigt auch die Population, weil wir hier in unserem System Stadt ja keine Feinde haben."

Uwe König, Stadtjäger in München und im Landkreis

Wildtiermanagement statt Jägerei

Es wird immer enger in der Stadt, auch für die Tiere, deshalb ist ein gutes Wildtiermanagement unabdingbar. Stadtjäger haben die Aufgabe, die Bestände zu kontrollieren, die Ausbreitung von Tierseuchen zu verhindern und Tiere gegebenenfalls auch zu töten. Vor allem aber sollen sie bei Konflikten zwischen Mensch und Tier beraten.

Wie die Jäger stehen auch sie zwischen den Fronten der Tierschützer und der Tiergegner.

"Es war nicht selten, dass irgendwelche Hausmeister a Luftgewehr hinterm Schrank stehen hatten, und wenn irgendeine Taube im Weg umgange ist, da hat man die getötet und basta. Diese Zeiten sind vorbei. Die Tiere sind im Grundgesetz mit aufgenommen, und es muss ein vernünftiger Grund vorherrschen, um dann eben gegen ein Tier vorgehen zu dürfen. Und das ist gut so."

Wolfgang Schreyer, Münchner Falkner und Stadtjäger


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