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Diabetes-Grundwissen Wie zeigt sich Diabetes Typ 2?

Diabetes Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die im Verlauf des Lebens ausbrechen kann. Sie zeigt sich durch erhöhte Blutzuckerwerte, die durch eine Insulinresistenz zustande kommen.

Von: Katharina Hübel

Stand: 05.02.2019

Mann mit Müdigkeitserscheinungen.  | Bild: picture-alliance/dpa

Hohe Blutzuckerwerte bedeuten folgendes: Insulin, das im Körper ausgeschüttet wird, kann den Blutzuckerspiegel nicht mehr ausreichend senken, weil die Körperzellen gegen Insulin immer unempfindlicher werden. Am Ende steht die Resistenz. Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse bekommen also das Signal, immer mehr Insulin auszuschütten - bis sie erschöpft sind. Kann der Körper kein Insulin mehr produzieren oder ist dieses wirkungslos, so können die Blutzuckerwerte des Patienten mit Diabetes Typ 2 um ein Vielfaches erhöht sein. Auf Dauer und ohne Therapie nehmen dadurch die Blutgefäße und Nerven Schaden:

  • Blindheit
  • Nierenversagen
  • Amputationen
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall

sind mögliche Folgen.

Wie kommt Diabetes Typ 2 zum Ausbruch?

Typ2-Diabetiker tragen immer eine gewisse Anzahl an Diabetes-Genen in sich. Man vermutet derzeit, dass es mindestens 15, wenn nicht sogar 18 oder 20 sind. Bis die Wissenschaft hier fortgeschrittener ist, sind die genetischen Blutuntersuchungen daher kein klarer Beweis, dass die Krankheit sicher ausbrechen wird. Zumal, da der Lebensstil zusätzlich eine wichtige Rolle spielt. Es gibt Risikofaktoren, die schneller zu Typ-2-Diabetes führen können:

  • Ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht

Das bedeutet aber auch, dass gesunder Lebensstil den Ausbruch von Typ-2-Diabetes verzögern oder sogar dafür sorgen kann, die Erkrankung zu verhindern. In manchen Fällen bessert sich ein ausgebrochener Diabetes durch eine Ernährungsumstellung und Sport.

"Der falsche Lebenswandel ist eine Hauptursache. Deswegen versuchen wir von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin als auch von der Deutschen Diabetesgesellschaft auf dem Nahrungsmittelsektor etwas zu unternehmen. Lange Zeit war die Ampelkennzeichnung im Gespräch oder eine höhere Steuer für kalorienreiche Süßgetränke, damit man bewusster konsumiert. Leider kann sich die Politik nicht so recht entschließen, da etwas durchzusetzen. Aber es ist klar, dass ungesunde Ernährung, also schnell resorbierbare Kohlenhydrate, Zucker ganz allgemein, natürlich wesentlich zur Entwicklung des Diabetes beiträgt."

Dr. Arthur Grünerbel, Vorsitzender Fachkommission Diabetes Bayern

Wie zeigt sich Diabetes?

Der Typ-2-Diabetes beginnt schleichend. Über ein, zwei Jahre zeigen sich die Symptome nicht deutlich oder fallen nicht so sehr ins Gewicht, dass sie den Patienten einschränken würden. Der sogenannte Nüchtern-Zuckerspiegel steigt schleichend, unter hundert ist normal. Aber bereits eine leichte Erhöhung wie beispielsweise auf 102 führt dazu, dass das Risiko an Diabetes zu erkranken fünffach erhöht ist. Mögliche Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • häufige Infektionen an Fingern, Zehen oder Genitalien

"Leider ist es nach wie vor so, dass die allermeisten viel zu spät zum Diabetologen kommen. Dennoch kann ich über die vergangenen zwei, drei Jahre sagen, dass sich das Gesundheitsbewusstsein zu verbessern scheint und doch mehr Menschen den Check-Up, den die Kassen zahlen, machen und die Hausärzte mehr daran denken, die regelmäßige Gesundheitsvorsorge durchzuführen, zu der mindestens die Bestimmung des Blutzuckers und des Cholesterinwertes gehören."

Dr. Arthur Grünerbel, Vorsitzender Fachkommission Diabetes Bayern


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