Bayern 2


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Wie und wo das Ohr Schaden nimmt und was hilft

Von: Sabine März-Lerch

Stand: 19.04.2019

Ohrmuschel eines Mannes | Bild: BR

Sind Sie "ganz Ohr"? Ihr Hörorgan jedenfalls ist ständig bereit zu hören. Abschalten? Unmöglich, denn unser Ohr ist ein Organ im Dauereinsatz. Doch das Gehör kann Einbußen zeigen – akut oder schleichend, vorübergehend oder dauerhaft.

Experte:

Prof. Dr. med. Markus Suckfüll, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Krankenhaus Martha-Maria in München

Hilfen gibt es auf operativem, medikamentösem, mechanischem oder technischem Wege. Je nachdem, wo die ausgeklügelte Anatomie aus äußerem Ohr, Mittelohr und Innenohr Schaden genommen hat.

Zahlen zum Gehör

Hören gilt als der differenzierteste unserer fünf Sinne. In physikalischen Einheiten wird seine Leistung gemessen.

Das menschliche Ohr...

  • hört Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hertz. Die Einheit Frequenz gibt die Schwingungen einer Schallwelle pro Sekunde an, ausgedrückt wird das in Hertz. Als angenehm erscheint der Bereich zwischen 500 und 4.000 Hertz.
  • kann Lautstärken bis zu 0 dB (Dezibel) wahrnehmen und empfindet einen Bereich ab 120 dB als schmerzhaft.
  • muss mit einem Lärmschutz geschützt werden ab einer Belastung von 85 dB, Pegel von 135 dB sind äußerst bedenklich.
  • kann ohne nachhaltige Schädigung 8 Stunden 85 dB aushalten (die Lautstärke einer Unterhaltung liegt bei 50 dB) oder sechs Stunden 90-110 dB.

Der Text basiert auf Interviews mit Prof. Dr. med. Markus Suckfüll, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Krankenhaus Martha-Maria in München.

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