Bayern 2


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Wie gerecht ist unser Gesundheitssystem?

Von: Justina Schreiber

Stand: 08.11.2018

Hand hält Schild aus Karton hoch, auf dem mit Filzstift geschrieben "Hilfe" steht. | Bild: colourbox.com

Arme sterben im Durchschnitt fast zehn Jahre früher als Reiche. Sie leiden häufiger und eher an chronischen Krankheiten. Zahlreiche Studien belegen, dass mit dem Geld auch die Gesundheit ungleich verteilt ist.

Experten:

Prof. Dr. Gerhard Trabert, Professor für Sozialmedizin an der Hochschule RheinMain und Gründer des Vereins "Armut und Gesundheit in Deutschland"
Philipp Dickel, Arzt an der Poliklinik Veddel in Hamburg und Mitglied im "verein demokratischer ärztinnen und ärzte"

Menschen mit geringem Einkommen leiden häufiger an Magengeschwüren, Lungenentzündungen und Diabetes als besser gestellte Altersgenossen. Ihre Zähne sind schlechter. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände treten bei Armen deutlich öfter auf als bei Reichen. Und: Wer krank ist und kein Geld hat, hat schlechtere Chancen, wieder gesund zu werden.

Dem Text liegt ein Interview mit Prof. Dr. Gerhard Trabert, Professor für Sozialmedizin an der Hochschule RheinMain und Gründer des Vereins 'Armut und Gesundheit in Deutschland' und Philipp Dickel, Arzt an der Poliklinik Veddel in Hamburg und Mitglied im 'verein demokratischer ärztinnen und ärzte', zugrunde.

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Ein Spiegel, in dem man ein Paar männliche Füße in sehr billigen, abgelaufenen Schuhen sieht. | Bild: colourbox.com zum Artikel Versagergefühle Im Teufelskreis von Krankheit und Armut

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Ein nicht sehr zufrieden dreinschauender Junge isst gerade einen Hamburger. | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Dick und krank Kinder in Armut

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