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Richtige Ernährung Wie geht gesundes Essen?

Zu viel zugenommen? Das liegt meist an falscher Ernährung und Bewegungsmangel. Gesund zu essen muss jedoch weder besonders teuer sein noch erfordert es zwingend hohe Kochkunst. Grundsätzlich sollte es für jeden machbar sein.

Von: Katharina Hübel

Stand: 24.02.2020

Maßband "fesselt" Hände über einem Teller. | Bild: imago / Westend61

Professorin Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin des Hector-Centers für Ernährung, Bewegung und Sport am Universitätsklinikum Erlangen, beobachtet unter ihren Patienten einen Wandel über die letzten Jahre im Lebensstil und in der Esskultur. Sie stellt fest, dass sich immer mehr stark übergewichtige Patienten in erster Linie ungesund ernähren und zu wenig bewegen. Sie leben nach der so genannten "Western Diet". Sie zeichnet sich aus durch zu viele:

  • Fertigprodukte, in denen viel Zucker und schlechte Fette versteckt sind, damit ist beispielsweise auch das fertige Brötchen vom Bäcker gemeint, das mit fettreicher Remouladensauce bestrichen ist
  • zuckerhaltige Getränke
  • Fleisch- und Wurstwaren
  • stark verarbeitete Lebensmittel

Wie geht gesundes Essen?

Prof. Dr. Yurdagül Zopf begleitet ihre Patienten bei einer Umstellung der Gewohnheiten. Ihr Ziel ist es, dass die Menschen, die zu ihr kommen, zu einer gesund-mediterranen Ernährung zurückfinden. Das bedeutet jedoch nicht Pizza und Pasta, sondern:

  • viel frisches Gemüse, frischer Salat
  • frisches Obst
  • Vielfalt auf dem Teller
  • wenig Fleisch und Wurst
  • Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte
  • gesunde Fette und Öle wie Olivenöl, Rapsöl
  • täglich Joghurt und andere Milchprodukte in moderaten Mengen
  • regional einkaufen: saisonale Nahrungsmittel aus dem Umland
  • keine Fertigprodukte, keine Fertigsaucen
  • Essen in Gemeinschaft
  • Bewegung

"Jeder will die Zauber-Pille, um schnell abzunehmen oder gesund zu bleiben. Wenn die Menschen was über Brokkoli lesen, dann gibt es welche, die dann Brokkolikapseln kaufen anstatt einfach mal immer wieder Brokkoli zu essen. Es ist eine ganze Industrie entstanden, die auf diese Bedürfnisse eingeht. Leider."

Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin des Hector-Centers für Ernährung, Bewegung und Sport am Universitätsklinikum Erlangen

Statt viel Geld für Superfood oder Kapseln auszugeben, ist es günstiger und zielführender, regional und frisch einzukaufen. Normale Lebensmittel aus Deutschland reichen völlig aus, empfiehlt die Ernährungsmedizinerin.

"Wir brauchen keine sogenannten Superfoods. Quinoa und Chia-Samen müssen nicht sein, Haferflocken und Leinsamen sind günstiger, ökologisch besser und gesünder."

Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin des Hector-Centers für Ernährung, Bewegung und Sport am Universitätsklinikum Erlangen


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