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Wertstoffhof-Tipps Was wird dort angenommen, was nicht?

Wer entrümpelt oder Problemstoffe entsorgen will, bringt die Sachen zum Wertstoffhof. Damit man nichts wieder mit nach Hause nehmen muss, sollte man sich vorher erkundigen - neben alten Matratzen und Elektroschrott, gibt es einiges, was nicht angenommen wird.

Von: Inka Kübel

Stand: 02.09.2019

Wertstoffhof | Bild: picture-alliance/dpa/report/Harry Melchert

Das kleine Einmaleins der Wertstoff-Annahme

Waffen gehören zur Polizei, radioaktives Material – etwa Kontrastmittel- zu speziellen Entsorgern. Das dürfte klar sein. Aber neben diesen Dingen, die natürlich selten mitgebracht werden, gibt es manches zu beachten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden: Alte Rasenmäher z.B. werden vom Wertstoffhof nur angenommen, wenn vorher restliches Öl und Benzin abgelassen wurde.

"Wenn Öl und Benzin in den Container geworfen werden, brechen die Behälter auf, es läuft aus. Wenn es dann auch noch regnet, wenn der Container abgefahren wird, tropfen Öl und Benzin auf die Straße – da besteht eine Gefahr für die Umwelt. Deshalb nehmen wir z.B. Rasenmäher nur leer."

Christian Ring, Meister für den Wertstoffhof München-Thalkirchen

Benzin und Öl werden getrennt in kleineren Mengen angenommen – Benzin ist in München bis 25 Liter kostenlos, Öl kostet drei Euro pro Liter.

Gartenabfälle ja – Fallobst nein

Bei Gartenabfällen gibt es auch Unterscheidungen, die sich dem Laien vielleicht nicht sofort erschließen – so sollte z.B. Fallobst zu einem speziellen Entsorger und wird von manchem Wertstoffhof abgelehnt.

"Es wird zusammengepresst wie in einer Saftpresse, dann entsteht Saft. Der Saft fängt an zu Gären, was Wespen und Ungeziefer anzieht, und es bildet sich Schimmel."

Christian Ring, Meister für den Wertstoffhof München-Thalkirchen

Kleidung nur gut verpackt, Schuhe gebündelt

Schimmelbildung ist nicht nur ein Problem, wenn Obst im Gartenabfall enthalten ist – auch bei Kleidung passiert das nicht selten. Und Kleidung wird viel abgegeben – oft gut gemeint, aber leider nicht gut genug gemacht: Reißfeste, wasserdichte Säcke sind wichtig, fest verschlossen, sonst schimmelt die Kleidung. Das betont Christian Ring. Und die Schuhe: Am besten zusammenbinden und auch gut verpacken, denn wenn die Paare verloren gehen, kommen sie zum Restmüll und werden verbrannt.

Keine letzte Ruhestätte für Haustiere

Christian Ring erzählt, dass manchmal Leute ihre toten Haustiere zum Wertstoffhof bringen – das geht natürlich auch nicht. Tierkadaver gehören in Tierkörperbeseitigungsanlagen oder Tierkrematorien. Aber: Kleintiere etwa bis zur Größe einer Katze dürfen unter bestimmten Umständen im eigenen Garten „beerdigt“ werden, nämlich ab einer Tiefe von 50 cm - und sofern der Garten nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt.

Auf die Menge achten

Wer nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause – bzw. zu einem Fach-Entsorger- fahren will, sollte sich lieber vorher darüber erkundigen, welche Menge abgeladen werden darf.  In München sind das z.B. zwei Kubik, das entspricht in etwa einem Kombi. Aber wer einen Haushalt auflöst, wird sicher mehr abgeben wollen – und wird in der Landeshauptstadt auf die sogenannten „Wertstoffhöfe plus“  in Freimann oder in Langwied verwiesen. Andernorts kann man sich in seiner jeweiligen Heimatgemeinde erkundigen.

Tipps im Vorfeld

Autoteile finden am Wertstoffhof keinen Platz, ebenso asbesthaltige Materialien. Die Liste ist lang von A wie Asbest über B wie Bahnschwellen (die manche Hobbygärtner z.B. zur Begrenzung ihrer Beete benutzen), über D wie Dachpappe bis Z wie Ziegelschutt. Otto Normalsortierer ist da schnell überfordert. Der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt München bietet deshalb ein Servicetelefon an, und man findet viele hilfreiche Hinweis auf der Homepage – inkl. einem „Abfall-Lexikon“. Ähnliche Angebote finden sich auch in anderen bayerischen Städten. Im Zweifelsfall sollte man sich immer vorher bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde erkundigen.

Plädoyer für den Wertstoffhof

In Restmülltonnen findet man immer wieder Sperrmüll. Das ist verboten. Abgesehen davon treibt es  die Müllgebühren nach oben. Und was im Hausmüll landet, wird verbrannt, das setzt CO2 frei.

Upcycling statt Recycling

Upcycling von Sperrmüll ist eine gute Alternative und oft möglich  - also aufwerten statt verwerten. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt und sogar die Volkshochschulen bieten hierzu Kurse an, etwa „Häkeln mit Plastik und alten Strumpfhosen“ oder „Designs aus Flaschenglas“.  Und nicht zuletzt kann sich jeder selber Fragen, ob man Dinge nicht länger verwenden kann. 2,5 Millionen Tonnen Sperrmüll fallen in Deutschland pro Jahr an – das entspricht der Menge von 2,5 Millionen Kleinwagen. Deshalb gilt:  Wiederverwertung ist gut, aber Müllvermeidung ist besser!


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