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Unterschätzte Technik Wer braucht heute noch das Fax?

Unterschätzte Technik: Trotz E-Mails und sozialer Medien ist das gute alte Faxgerät noch längst nicht überflüssig. Das Fax bietet nicht nur Vorteile für Ältere und Nostalgiker, sondern spielt in vielen Büros und Kanzleien noch eine wichtige Rolle.

Von: Jasmin Brock

Stand: 13.09.2018

Faxgerät in Nahaufnahme | Bild: picture-alliance/dpa

Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom nutzen 60 Prozent der deutschen Unternehmen regelmäßig das Faxgerät. Das Münchener Informationslogistik-Unternehmen retarus übernimmt das im großen Stil für andere Firmen – immer im Zusammenspiel mit Software und großen Servern. In vielen Branchen wird noch von A nach B gefaxt. Nicht immer erfahren die Kundinnen und Kunden, dass ein Fax im Spiel ist.

"Zum Beispiel faxen viele Versicherungen Unterlagen an Arztpraxen, die natürlich Computer nutzen, aber primär mit Patienten zu tun haben. Denn nicht jede Branche kann sich hochintegrierte IT-Leistungen leisten. Oder wenn Sie über eine Hotelbuchungsplattform ein Hotel in Thailand buchen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das per Fax passiert."

Martin Hager, Gründer und Geschäftsführer einer Münchner Informationslogistik-Firma

Arztpraxen, Lieferdienste und Anwaltskanzleien faxen häufig

Der Druck auf diesen Knopf sorgt für das unverwechselbare Piepgeräusch des Faxes.

Auch große Lieferdienste faxen ihre Essensbestellungen automatisiert direkt in die Restaurants. Die Bestellung auf Papier ist einfach und praktisch, denn sie dient dem Auslieferer gleichzeitig als Lieferschein und Beleg. Viele Rechtsanwaltskanzleien nutzen täglich das Faxgerät – vor allem für die Korrespondenz mit den Gerichten, die häufig ihre E-Mail-Adressen gar nicht herausgeben, wie eine Anwältin aus München berichtet.

"Einer der Vorteile des Fax ist, dass ich einen Sendebericht habe. Der Eingang ist bestätigt und nachgewiesen. Das kann sehr wichtig sein, vor allem bei Fristen. Außerdem ist das Faxen wesentlich sicherer als beispielsweise das Versenden von E-Mails."

Ingrid Frank, Rechtsanwältin aus München

Fazit: So lange es genug Vorteile bringt, wird das Fax bleiben

Man kann also zusammenfassend sagen: Das Faxgerät wird gerne genutzt, wenn man damit Kosten sparen, Logistik vereinfachen oder Informationen sicherer versenden möchte. Es bietet eine direkte Verbindung zwischen Sender und Empfänger, die klar nachgewiesen werden kann. Manipulationen sind schwierig. Macht das das Fax zukunftssicher? So lange die Technik noch genug Verbrauchern, Anwälten und Firmen Vorteile bietet, wird sie wohl nicht verschwinden. Und auch danach könnten Nostalgiker weiter ihre Freude an der Technik mit dem eigenwilligen Piepton haben. Schließlich ist auch die Langspielplatte noch nicht ausgestorben, trotz der Erfindung von CDs und MP3s.


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