Bayern 2


0

Bluthochdruck Wenn die Arterien verengt sind

Wer konsequent seinen Blutdruck senken möchte, sollte sich zusätzlich zur medikamentösen Therapie und Ernährungsumstellung mehr bewegen, regelmäßig Entspannungsübungen praktizieren und aufs Rauchen und auf Alkohol verzichten.

Von: Uli Hesse

Stand: 10.12.2019

Die Füße eines Mannes auf den Pedalen eines Heimtrainers | Bild: picture-alliance/dpa

Beim Bluthochdruck – der arteriellen Hypertonie – helfen vor allem mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung, um eine mögliche Arteriosklerose am Fortschreiten zu hindern. Denn allein schon durchs Altern verlieren Arterien ihre Elastizität und werden enger. Auch bestimmte Formen der Physiotherapie und Massage können die Gefäße trainieren. Die Pflanzenheilkunde spielt dagegen bei einer arteriellen Durchblutungsstörung keine Rolle.

"Angeblich hilft es, regelmäßig Knoblauch zu essen, damit sich die Blutplättchen nicht so leicht an die geschädigte Gefäßwand anlagern. Dass dadurch  Gefäßverschlüsse verhindert werden wurde bisher durch keine Studie bestätigt."

Dr. Artur Wölfel

Ausdauertraining

Regelmäßiges Ausdauertraining ist für alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig. Man sollte also nicht nur mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sondern sich möglichst fünfmal die Woche wenigstens für 30 - besser 45 - Minuten körperlich ausagieren. Das muss nicht bis an die Leistungsgrenze gehen, sondern sollte etwa 70 Prozent der eigenen Leistungsfähigkeit ausreizen, unter dem Motto "Laufen ohne zu schnaufen". Kurz schwitzen ist gesund, das sollte man mehrfach die Woche machen – notfalls fünfmal pro Woche für eine halbe Stunde auf den Fahrrad-Heimtrainer.

"Pro Tag sollte man mindestens 3.000 Schritte machen, mit dem Ziel, dies auf 10.000 Schritte zu steigern. Man muss also wirklich aktiv werden! Ein Schrittzähler kann dabei helfen."

Dr. Artur Wölfel

Entspannung

Entspannungsverfahren mit autosuggestiven Anteilen wie Autogenes Training sind weniger gut geeignet. Besser ist beispielsweise Progressive Muskelrelaxation. Studien zeigen, dass Patienten, die das regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg praktizieren – also nicht nur für 14 Tage, sondern 20 - 30 Wochen – und bereits Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, diese zu 75 Prozent einsparen können.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es: Ausdauertraining, eine Entspannungsübung erlernen und die Ernährung umstellen mit weniger Fleisch und Salz, mehr Ballaststoffen, frischer Kost und einer geringeren Energiedichte. All das verbessert automatisch das Herz-Kreislauf- Risikoprofil und senkt die Blutfette."

Dr. Artur Wölfel

Gefäßtraining und Physiotherapie

Regelmäßiges Gefäßtraining fördert bei einer arteriellen Durchblutungsstörung die sogenannten Umgehungskreisläufe; dazu kann man unterstützend auch Kneipp-Anwendungen nutzen.

Gehstreckentraining

Patienten mit Schaufenster-Krankheit hilft beispielsweise das Gehstreckentraining: Dreimal am Tag mit hohem Tempo gehen – das bedeutet 120 Schritte pro Minute bis zur Schmerzgrenze. Denn der Schmerz ist das Signal: "Ah jetzt reicht die Sauerstoffversorgung fürs Gewebe nicht aus!" Dann bleibt der Patient stehen, bis der Schmerz weg ist, und geht wieder los. Das wiederholt man mehrfach am Tag. Wer das konsequent macht, verlängert seine schmerzfreie Gehstrecke.

Ratschow-Übungen

Bei diesem speziellen physikalisch-therapeutischen Training streckt man und zieht die Füße in Intervallen bis an die Schmerzgrenze an. Diese maximale Anspannung fördert die Neubildung von Gefäßen.

Bindegewebsmassage

Diese spezielle Reflexzonentherapie eignet sich für Patienten mit einer Durchblutungsstörung der Beinarterien, die schon Gefäßschäden haben. Sie wurde von einer Physiotherapeutin entwickelt, die dadurch ihre eigenen Durchblutungsstörungen der Beinarterien behandelt hat. Sie entwickelte spezielle Massagegriffe, mit denen die extrem schmerzhaften Bindegewebszonen im Beckenbereich gereizt und damit die Durchblutung der Beine verbessert werden.


0