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Aus Wasserdampf Wie die Massai Trinkwasser gewinnen

Trinken, kochen, waschen, das Vieh tränken, Felder bewässern. Wassermangel bestimmt den Alltag der Menschen in Ostafrika. Vielerorts sind die Brunnen längst ausgetrocknet. Die Massai in Kenia sammeln nun Wasserdampf aus dem vulkanischen Untergrund.

Von: Linda Staude, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 17.01.2019

Wasser ist Leben: Trinkwassergewinnung in Ostafrika | Bild: ARD/BR/Linda Staude

Trockenheit ist nichts Neues für die Menschen in Ostafrika. Aber die schweren Dürren heutzutage sind etwas Anderes. Nach der Hungersnot 2011 vergingen nur drei Jahre, bis der Regen wieder ausblieb. Die schwere Dürre damals, verschlimmert durch bewaffnete Konflikte und Terrorismus, kostete mehr als eine Viertelmillion Menschen das Leben.

Wasserdampf aus unterirdischen heißen Quellen

Das kondensierte Wasser wird in Plastiktanks aufgefangen.

Der ständig wiederkehrende Hunger bringt die Menschen dazu, sich etwas einfallen zu lassen, wie sie unabhängig vom Regen Trinkwasser gewinnen können. Zum Beispiel die Massai in Kenias Rift Valley, am Fuß des Vulkans Mount Suswa. Mit Hilfe armdicker Plastikrohre ernten hier regelrecht einige Bewohner das Wasser aus dem vulkanischen Boden. Ein Ende der geknickten Rohre steckt im staubigen Boden, aus dem anderen quillt ein bisschen heißer Dampf. Ein langsamer, aber stetiger Strom von Wassertropfen schlägt sich nieder und wird in einem Plastiktank aufgefangen.

Auch wenn das auf diese Weise gewonnene Trinkwasser leicht nach Schwefel schmeckt, sichert es doch den Menschen hier das Überleben. Die vielen Brunnen, die sie hier einst schlugen, sind längst ausgetrocknet.

Wie gewonnen, so zerronnen?

Dass es im Rift Valley einen unterirdischen Gürtel aus heißen Quellen gibt, ist bereits seit den 1980ern bekannt. Der Dampf wird allerdings erst seit wenigen Jahren geerntet. Doch der gerade erst gewonnene Reichtum an Wasser zum Kochen, Trinken und Waschen könnte bald Kenias Stromhunger zum Opfer fallen. Das ostafrikanische Land will seine Produktion von erneuerbarer Energie ausweiten.

Der Staat verfolgt eigene Ziele

Die wichtigste Rolle dabei kommt der Erdwärme zu; sie ist am günstigsten für den Staat. Die riesigen Rohre, die am Mount Suswa Dampf für die Stromgewinnung liefern sollen, werden bis zu 3.000 Meter tief in den Boden gebohrt. Die Bewohner treibt deshalb die Sorge um, ihnen werde dann das Wasser sozusagen abgegraben. Daneben fürchten sie, dass der Boden, auf dem sie leben, wegen der darunterliegenden großen Hohlräume einstürzen könnte.

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