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Bittersüße Bohnen Was Sie schon immer über Kakao wissen wollten

Beim Kakao-Konsum liegen die Deutschen weltweit auf Platz zwei, nach der Schweiz. Die beliebten bittersüßen Bohnen sind nicht nur Nervennahrung und Soulfood, sondern wirken sich auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Was Sie schon immer über Kakao wissen wollten.

Von: Claudia Heissenberg

Stand: 10.01.2019

Kakaobohne | Bild: colourbox.com

3,6 Kilogramm reine Kakaomasse, verarbeitet zu knapp 10 Kilo kakaohaltigen Produkten – wie Pralinen, Schokoriegel und Tafelschokolade – verzehrte jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr 2016. Warum den meisten Menschen Kakaoprodukte so gut schmecken, dass sie beinahe süchtig danach sind, erklärte bereits 1717 der Breslauer Arzt Johann Gottfried Kühne in seiner "vollständigen Nachricht von der Schokolade":

"Es stärket nämlich der Kakao den Magen, macht die Lebensgeister hurtig, verdünnt die Säfte und Geblüt, hilft zur Venuslust, stärket das Haupt, lindert die Schmerzen und ist sein Lob sowohl zur Nahrung wie als Medikament nicht genug fast zu beschreiben."

Johann Gottfried Kühne

Die Gesundheitsfördernde Wirkung von Kakao

Die Kakaobohne enthält nicht nur wertvolle Nährstoffe wie Kakaobutter und Eiweiß, sondern auch Polyphenole. Diese schützen vor Arterienverkalkung, bekämpfen Entzündungen und wirken positiv auf das Herz-Kreislauf-System. Auch für den deutschen Forschungsreisenden Alexander von Humboldt, der vor mehr als 200 Jahren die Natur der Neuen Welt erkundete, war der Kakao unverzichtbarer Reiseproviant.

"Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne."

Alexander von Humboldt

Nicht nur bei Indianern beliebt: Die "Götterspeise" Kakao

Seinen botanischen Namen verdankt dieser Baum übrigens dem schwedischen Arzt und Naturforscher Carl von Linné. Die von den Indianer so wertgeschätzte Pflanze taufte Linné 1753 "Theobroma cacao". "Theobroma" stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus "theos" (Gott), und "broma" (Speise). Übersetzt heißt der Baum also "Götterspeise Kakao".

Bei den Azteken war Kakao so beliebt, dass ihr letzter Herrscher Montezuma II der Legende nach jeden Tag 50 Becher getrunken haben soll. Bei dem Wort Schokolade handelt es sich vermutlich um eine Neuschöpfung aus "chocol", was in der Mayasprache "heiß" bedeutet und "atl", dem aztekischen Wort für Wasser. Bis zur Industrialisierung bezeichnet Schokolade übrigens immer ein Getränk, also das, was wir heute meist Kakao nennen.

Podcast zur Sendung

Hier können Sie den Beitrag zum Kakao im radioWissen-Podcast anhören und runterladen.

Kakao – Das braune Gold Format: PDF Größe: 149,58 KB


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