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Rolle der Hormone Was Östrogene können

Östrogene sind mitverantwortlich für den monatlichen Zyklus und für Schwangerschaften, aber auch für stabile Knochen, für einen gesunden Fettstoffwechsel, für nicht zu hohen Blutdruck und gute Stimmung.

Von: Monika Dollinger

Stand: 12.03.2018

Menstruationszyklus in der Grafik | Bild: picture-alliance/dpa

Dass aber nur ein Drittel der Frauen stärkere Wechseljahresbeschwerden hat, zeigt, dass nicht die Hormone alleine für die Veränderungen verantwortlich sind, denn sie nehmen ja bei allen Frauen ab, dementsprechend müssten sonst alle ähnliche Beschwerden haben.

Wenn die Furchtbarkeit weniger wird

Das Maximum an Eizellen, nämlich acht Millionen, hat der weibliche Körper noch als Fötus (ungefähr in der 20. Schwangerschaftswoche). Bereits bei der Geburt sind es nur noch zwei Millionen und bei Eintritt der Pubertät ist es noch eine halbe Million. Es werden also immer weniger und sind fast null mit dem Erreichen der Menopause. Dabei lässt die Eisprungstätigkeit, und damit die Progesteronproduktion im Gelbkörper, bereits mehrere Jahre vor der Östrogenproduktion nach, die auch über ein Jahr nach der letzten Menstruation noch nachweisbar sein kann.

Warum Östrogen weniger wird

Die Eizelle ist in einem sogenannten Follikel verstaut. Dieses Eibläschen hat einige Hormonaktive Zellbestandteile, die dafür verantwortlich sind, dass Östrogen produziert wird. Wenn keine Eizellen mehr da sind, sind auch keine Follikel mehr vorhanden und damit wird die Hormonproduktion ganz gering. Die Sexualsteroide, vor allem das Östrogen, sind jedoch nicht nur bedeutsam für die Fortpflanzung, sondern auch für viele andere Effekte im Körper.

Beispiel: Knochenschutz durch Östrogene

In ganz vielen Zellen des Körpers gibt es Rezeptoren, die auf Östrogene reagieren. Im Knochen sind es die "Knochenfresszellen", die Osteoklasten. Diese Zellen, die eigentlich für den Abbau des Knochens zuständig sind, können durch Östrogene in ihrer Aktivität gehemmt werden. Wenn Östrogen weniger wird, dann werden sie aktiver - auf Dauer zum Schaden des Knochens. Parallel dazu sind die Knochen aufbauenden Osteoplasten immer weniger aktiv. Fazit: Der Knochen wird mehr abgebaut als aufgebaut - mit der Zeit kommt es zur Knochenbrüchigkeit, zur Osteoporose.

Keine Hormongabe zum Knochenschutz

Früher gab man den Frauen Hormonpräparate, wenn sie unter Osteoporose litten. Davon ist man abgekommen, denn es gibt andere wirksame Therapien.

"Die Östrogene haben auch Effekte im zentralen Nervensystem, im Gehirn. Nur ein Beispiel: Auch die Libido kann geringer werden."

Prof. Christian Thaler, Gynäkologe an der LMU München

Hormone, um jung zu bleiben?

Vor der Jahrtausendwende wurden Hormone als Anti-Aging angepriesen, unter anderem weil sie angeblich dafür sorgen, dass man keine Falten bekommt. Zwar speichert die Haut mehr Wasser, wenn Östrogene im Körper vorhanden sind, aber das verhindert nicht den Alterungsprozess und steht in keinem Verhältnis zu den Nebenwirkungen, die sich einstellen können.

Wichtig: Es sind nicht immer die Hormone

Wenn während der Wechseljahre Beschwerden auftreten, sollte die Frau nicht nur an die schwindenden Hormone denken. Rund um das 50. Lebensjahr gibt es auch viele andere Dinge, die sich im Leben der Frau ändern: Sei es, dass die Kinder langsam das Haus verlassen, oder dass sie anlässlich des runden Geburtstags ihr Leben einer Bilanz unterzieht - und der Körper wird auch generell älter mit eventuell auftretenden Befindlichkeitsstörungen, und auch die vaginale Trockenheit nimmt zum Beispiel generell mit dem Alter zu.


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