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Was ist Morbus Parkinson?

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 02.12.2018

Zitternde Hände | Bild: picture-alliance/dpa

Experte

Prof. Dr. med. Günter U. Höglinger, Oberarzt der Neurologischen Klinik der Technischen Universität München (TUM) und Lehrstuhlinhaber für Translationale Neurodegeneration am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in München.

Morbus Parkinson ist eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung. Dabei werden u.a. im Mittelhirn Nervenzellen abgebaut, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Da Dopamin aber für den reibungslosen Ablauf der Muskelbewegungen sorgt, führt ein Mangel zu den für Parkinson-Patienten typischen Beschwerden, dem Zittern, der Muskelsteifheit und der Bewegungsverlangsamung. Die Krankheit schreitet schleichend immer weiter fort. Parkinson ist bislang nicht heilbar, doch mit Hilfe verschiedener Medikamente können Parkinson-Patienten über viele Jahre gut behandelt werden. Außerdem raten Ärzte zu Physio-, Ergo- und Logopädie.

Chronisch degenerative Erkrankung

Bereits 1817 hat der Londoner Chirurg und Paläontologe James Parkinson die „Schüttellähmung“ in einem wissenschaftlichen Aufsatz beschrieben. Nach ihm wurde die Krankheit benannt.

"Parkinson ist eine schleichende, chronische Erkrankung, bei der Nervenzellen kumulativ geschädigt werden, das heißt Schädigungen anhäufen). Zwar sterben schon im normalen Alterungsprozess bei Gesunden einige diese Zellen ab, fällt die Zellzahl aber unter 50 Prozent, dann beginnen die ersten Symptome der Parkinson Krankheit offensichtlich zu werden."

Neurologe Prof. Günter Höglinger

Erkrankungsalter

Das typische Erkrankungsalter für Parkinson liegt bei rund 60 Jahren, Männer sind genauso betroffen wie Frauen. Zwar gibt es auch jüngere Parkinson-Patienten im Alter von 40 Jahren, doch generell gilt: Je älter man wird, desto größer wird das Risiko. In der Altersgruppe der über-60jährigen ist ca. ein Prozent betroffen.

Steigende Patientenzahlen

Da die Gesellschaft immer älter wird, nehmen die absoluten Zahlen der Parkinson-Patienten zu. Hinzu kommt, dass Mediziner die Krankheit heute gut diagnostizieren können und in einem früheren Stadium als vor 20 oder 30 Jahren erkennen.

Mutierte Gene

Bei einer Familienanamnese (Analyse von Krankheitsfällen im Stammbaum eines Patienten) kann man erkennen, ob Parkinson vererbt wurde oder nicht. Liegt ein Verdacht vor, stellen Wissenschaftler mit Hilfe moderner gentechnischer Verfahren fest, ob eines der sieben mittlerweile eindeutig identifizierten Gene mutiert ist, die die Erkrankung hervorrufen können. Ist das der Fall, kann im Einzelfall das Risiko, Parkinson weiter zu vererben bei bis zu 50 Prozent liegen. Bei Patienten ohne weitere Krankheitsfälle in der Familie ist auch das Weitervererbungs-Risiko in der Regel vernachlässigbar gering.

Umweltursachen können Parkinson auslösen

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass viele Parkinson-Patienten vor Krankheitsbeginn mit Pestiziden zu tun hatten. Dabei handelt es sich um Personen, die in der Landwirtschaft arbeiten wie beispielweise Bauern, oder um auch Menschen, die auf dem Land leben. Auch in Experimenten konnte bestätigt werden, dass bestimmte Pestizide Parkinson hervorrufen können.

Schützende Faktoren

Heute ist bekannt, dass Personen, die rauchen und viel Koffein konsumieren, ein geringeres Risiko haben, Parkinson zu bekommen. Bisher weiß man nur, dass dieser Zusammenhang besteht, die Ursachen dafür sind jedoch noch nicht bekannt und werden in experimentellen Modellen und Studien untersucht.

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