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Was ist die Prostata? Grundwissen über die Prostata

So paradox das klingt: Die Prostata hat keine für den Menschen eindeutig lebensnotwendige Funktion. Ihr Sekret stellt den Großteil des Ejakulats bei und verflüssigt es. Auch wenn eine geringe Ergussmenge die Fruchtbarkeit des Mannes einschränken kann, steuert die in der Prostata produzierte Flüssigkeit keinen für das Sperma essentiellen Bestandteil bei.

Stand: 23.01.2019

Wo die Prostata genau liegt, und was sie genau macht, das weiß nur ein geringer Bruchteil der meisten Männer - und das, obwohl ständig darüber geredet wird - im Bild: Schematischer Aufbau der Prostata.  | Bild: picture-alliance/dpa

Auch bekannt als Vorsteherdüse

Die Prostata wird auch als Vorsteherdrüse bezeichnet, weil sie vor der Blase steht. Sie befindet sich nämlich zwischen dem willkürlich zu betätigenden Schließmuskel und dem Blasenausgang und umschließt dort die sogenannte prostatische Harnröhre. Diese ist hier aber keine geschlossene Röhre, sondern in etwa ein Schlitz in der Prostata, durch die Harn fließen kann. Von vorne gesehen liegt sie hinter dem Schambein. Sie ist bei jungen Männern so groß wie eine Kastanie und wächst im Alter aufgrund von Veränderungen des Hormonhaushalts. Dabei kann sie größer als ein Tennisball werden.

Was hat die Prostata mit der Potenz zu tun?

"Eigentlich gar nichts! Allerdings kann die Potenz bei Männern durch eine komplette Entfernung der Prostata oder einer Bestrahlung wegen eines bösartigen Tumors beeinträchtigt sein. Dabei können nämlich feine Nervenbahnen, die neben der Prostata liegen und die die Erektion steuern, verletzt werden. Heute wird diese Operation an spezialisierten Zentren minimal-invasiv mit dem sogenannten 'DaVinci'-Roboter durchgeführt, der es aufgrund der Vergrößerung und der Möglichkeit der exakten Präparation dem Operateur in vielen Fällen ermöglicht, diese feinen Nervenbahnen für die Erektion gezielt zu schützen."

Prof. Dr. Maximilian Burger, Urologe am Caritaskrankenhaus St. Josef in Regensburg

Wie Testosteron auf die Prostata wirkt

Das Wachsen der Prostata wird vom männlichen Sexualhormon Testosteron gesteuert. Zum Beispiel bekommen Männer ohne männliches Geschlechtshormon (sog. Eunuchen) keine Vergrößerung der Prostata und auch kein Prostatakarzinom.

Schützt häufiger Sex vor Prostatabeschwerden?

Sex im Sinne von Geschlechtsverkehr spielt bei dieser Frage keine Rolle, sondern nur der Samenerguss, unabhängig von der Situation. Von der Datenlage her scheint es so zu sein, dass häufigere Ergüsse tendenziell das Risiko mindern, ein Prostatakarzinom zu bekommen. Aber ein greifbarer Zusammenhang besteht hier sicher nicht.


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