Bayern 2


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Bakterien und Wattestäbchen Was dem äußeren Ohr schadet

Geräusche, Töne, Klänge, Stimmen erreichen als Schallwellen unser Ohr. Ist das äußere Ohr verstopft oder entzündet, hören wir sie nicht präzise.

Von: Sabine März-Lerch

Stand: 19.04.2019

Frau säubert sich nach dem Duschen das Ohr mit einem Wattestäbchen - Experten raten davon ab. | Bild: picture-alliance/dpa

Über die Ohrmuschel und den Gehörgang (äußeres Ohr) erreichen die Schallwellen das Trommelfell. Ohrschmalz verhindert, dass Staub, Fremdkörper oder Bakterien denselben Weg nehmen. Doch manchen Menschen macht das nützliche Sekret Ärger.

Wem zu viel Ohrschmalz den Gehörgang verlegt

"Zu viel Ohrschmalz - wir sagen auch Cerumen - verlegt den Gehörgang, dann hört man schlechter. Um wieder gut hören zu können, muss man den Gehörgang von dem Ohrschmalz befreien."

Prof. Markus Suckfüll

Keine Wattestäbchen!

Die Reinigung und Spülung des Gehörgangs und damit Entfernung des Ohrschmalzes sollte aber von Fachleuten gemacht werden. Vor der Nutzung von Wattestäbchen wird generell gewarnt. Und bei Menschen, die zu viel von der bräunlich-gelben Substanz Ohrschmalz produzieren, ganz besonders - wobei es sich dabei nicht um eine Erkrankung handelt, sondern nur um eine Abweichung von der Norm.

"Mit Wattestäbchen schiebt man das Ohrschmalz nur umso fester hinein und macht die Sache schlimmer. D. h. diese Menschen – und das sind gar nicht so wenige - müssen all sechs bis zwölf Wochen zum Ohrenarzt gehen und die Ohren reinigen lassen, da können sie selber gar nichts machen."

Prof. Markus Suckfüll

Ein regelrechter Pfropf aus Ohrschmalz lässt diese Menschen schlechter hören. Nach der Reinigung funktioniert das Gehör wieder ungestört.

Nach dem Schwimmen – die Badeotitis

Wenn sich die Haut im Gehörgang entzündet, schwillt sie so stark an, dass die Schwellung ebenfalls den äußeren Gehörgang verlegt - auch dann hört man schlechter.

"Diese Entzündung findet am häufigsten im Sommer statt, wenn die Leute lange baden und schwimmen. Dann quillt die Haut vom Wasser auf. Und diese Haut ist wiederum anfällig für die Invasion von Bakterien und für eine bakterielle Infektion der Gehörgangs-Haut, das nennt man dann Gehörgangs-Entzündung oder Badeotitis. Am Abend fängt das Ohr an, weh zu tun und der Mensch hört nichts mehr."

Prof. Markus Suckfüll

Mit lokalen Antibiotika oder abschwellenden alkoholgetränkten Streifen behandeln HNO-Ärzte die Beschwerden und bringen sie zum Abklingen. Auch nach der Behandlung der Badeotitis wird das Hören sozusagen wieder befreit.


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