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Schulpsychologin erklärt! Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Einschulung?

Im April ist Einschreibung für die Grundschule. Obwohl allgemein davon ausgegangen werden kann, dass die Kinder bis zum Schulanfang noch einen großen Schub machen, sind sich Eltern nicht immer ganz sicher, wann der richtige Zeitpunkt für die Einschulung gekommen ist. Schulpsychologin und Grundschullehrerin Christine Durst erklärt, worauf es ankommt.

Stand: 05.03.2018

Grundsätzlich gilt: Jedes Kind, das zum Stichtag am 30. September sechs Jahre alt ist, muss in die Schule. Die Erziehungsberechtigten haben aber die Möglichkeit - je nach persönlicher Disposition des Kindes – eine vorzeitige Einschulung oder einmalige Rückstellung zu beantragen. Die Entscheidung für jeden Einzelfall trifft stets die Schulleitung.

Vorbereitung ist wichtig

Christine Durst, Schulpsychologin und Grundschullehrerin in München

Wichtig für einen erfolgreichen Schulstart sind altersentsprechende Körperkoordination, Motorik, Sprach- und Sprechvermögen und einfache mathematische Vorkenntnisse. Auch die Deutschkenntnisse müssen auf jeden Fall ausreichend sein. Außerdem sollten die Kinder mit Schere und Kleber umgehen können. Diese Vorstufen für das Lesen- und Schreibenlernen sind Grundlagen, die in der Schule vorausgesetzt und im besten Fall von den Eltern oder im Kindergarten vermittelt werden.

Vertrauen in die Schule fördern

Unsicherheiten, etwa was den Einschulungszeitpunkt, die emotionale Reife oder Schulskepsis im Allgemeinen anbelangt, können Eltern am besten im Beratungsgespräch mit der Schule klären. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Eltern Vertrauen in die Schule haben und dieses auch an die Kinder weitergeben.

Sozial-emotionale Reife entscheidend

Die Kinder sind sehr von der Meinung der Eltern geprägt, haben aber durchaus schon ihre eigene Sicht der Dinge: Wenn sich das Kind auf den Schulbeginn freut, ist das beispielsweise ein wichtiger Hinweis. Im umgekehrten Fall, wenn das Kind lieber noch in den Kindergarten geht, kann das ein Indiz dafür sein, dass die Arbeitshaltung noch nicht so ausgeprägt ist. Besonders wichtig für den Eintritt ins Schulleben ist aber, dass die Kinder im sozial-emotionalen Bereich gestärkt in der Schule ankommen.

Unterstützung durch die Erziehungsberechtigten

Eltern können den Kindern den Schuleintritt erleichtern, indem sie der Schule selbst grundsätzlich positiv gegenüber eingestellt sind und das Kind dahingehend bestärken und begleiten. Auch bei den Hausaufgaben sollen die Eltern unterstützend mitwirken und dafür Sorge tragen, dass die Kinder vorbereitet in den Unterricht kommen.

Kein Stress in der ersten Klasse

Die erste Klasse soll primär Spaß und Freude vermitteln. Kinder merken oft gar nicht, dass sie arbeiten oder lernen und wie schnell sie vorankommen. Oft empfinden sie die Schule nicht als anstrengend und haben oft sogar nach Schulschluss noch Lust, weiterzulernen.


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