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Digitales Fasten Verzicht auf Smartphone und Internet in der Fastenzeit

Jeder fünfte Deutsche hat es schon einmal ausprobiert, das sogenannte "Digital Detox", den Verzicht auf Handy, Mails und soziale Medien. Sie wollen weniger Stress haben und mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen.

Von: Julia Mumelter, Markus Kaiser

Stand: 14.02.2018

Smartphone wird ausgeschaltet | Bild: BR / Markus Kaiser

Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die bei Christen der Vorbereitung auf das Osterfest gilt. Sie geht über 40 Tage, wobei die Sonntage nicht mitgezählt werden. Wer fastet, der verzichtet, stellt seine eigenen Gewohnheiten in Frage und stößt Veränderungen in seinem Leben an. Neben dem Verzicht auf Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten steht bei vielen auch das digitale Fasten auf dem Programm.

Digitales Fasten gegen Stress

Neben all den Vorteilen die Internet und Smartphones mit sich bringen, entsteht dadurch auch ein ungesunder Druck, sagt der Psychotherapeut und Medienexperte Niels Pruin: Sofort, wenn es klingelt ran zu gehen, schnell das Foto der Freundin auf Facebook zu liken oder auf die WhatsApp-Nachricht antworten zu müssen.

"Man muss den gesellschaftlichen Druck ja erstmal spüren, den das Handy auslöst und dann merkt man, dass man sich von dem Druck befreien müsste. Dazu wäre das digitale Fasten eine gute Möglichkeit."

Niels Pruin, Psychotherapeut und Medienexperte

Im Durchschnitt schauen die Deutschen alle 16 Minuten auf ihr Handy und brauchen dann ungefähr genauso lange, um wieder konzentriert weiter arbeiten zu können. Niels Pruin rät dazu, das Handy auch mal außer Sicht- und Hörweite zu legen und seine Freunde und Bekannte daran zu gewöhnen, dass man nicht jede Nachricht sofort beantwortet.

Spirituelle Impulse statt digitalem Fasten

Die Bistümer Würzburg und Speyer gehen in der Fastenzeit einen anderen Weg und setzen bewusst auf das Smartphone und soziale Medien. Als Netzgemeinde "da_zwischen" versenden sie wöchentlich Impulse über WhatsApp, Instagram oder Facebook. Zum Beispiel: "Achte diese Woche mal darauf, ob du neue Orte, neue Menschen triffst und kennen lernst."


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websaurier, Mittwoch, 14.Februar, 12:28 Uhr

3. Unsinn...


"Digitales Fasten", was für ein Blödsinn...
Wie wäre es mit "Weniger Waschen", "Weniger Auto", "Weniger Blubbern", etc...

Viele der "Nutzer" sind einfach unfähig, die zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll zu nutzen...
Wenn ich die unzähligen hilflosen Handy-Autisten so sehe; da hilft kein Fastenprogramm!
Armselige Kreaturen...

  • Antwort von Blubberblubber, Mittwoch, 14.Februar, 15:00 Uhr

    War das jetzt schon ihre Blubber-Verzichtserklärung oder kommt noch was?

    Ich stimme dahingehend zu, dass annähernd 99% keinen blassen Dunst davon haben, was in diesen kleinen legal per AGB-Anerkennung freiwllig mitgeführten Wanzen vor sich geht. Prof. Gregenzer sagt schon dje Tendenz auf chjnesische Verhältnisse voraus, in dem alles und jeder seinen Social-Score erhält.
    Das technikaffine Smartphone-Vieh freut sich über jede noch so dumme App, die wieder ein Scheunentor öffnet.

    Aber:

    "Wir haben ja nichts zu verbergen" :-)
    Dümmer, geht eben immer.

Jojo, Mittwoch, 14.Februar, 10:58 Uhr

2.

Mit dem Smartphoneverzicht in der Fastenzeit finde ich gut, denn es schmeckt nicht(:-

  • Antwort von Jaja, Mittwoch, 14.Februar, 15:24 Uhr

    Sie können beim Smartphone ja auch nicht alles essen. Sie müssen schon puhlen, um an die Leckerbissen zu kommen.
    Das Display soll im allgemeinen recht fettreich und reich an Proteinen sein und wenn sie es vorsichtig öffnen, kommen sie an die Gourmetstücke in den Ritzen. Stäbchen zu grob, besser mit einer feinen Pinzette die Sahnehäubchen abkratzen.

    ;-)

hannes, Mittwoch, 14.Februar, 08:54 Uhr

1. was für ein Unfug

die modernen Medien und Netzwerke fördern nur unseren Familienzusammenhalt. Man hat immer noch engen Kontakt und nimmt am Leben der Kinder teil, die schon aus dem Haus sind oder ist immer in Kontakt mit Verwandten und Freunden, die eben nicht vor Ort wohnen. Das ist kein Stress, sondern Bereicherung, wenn man es richtig anwendet.
Mich nerven zunehmend diese moralischen Besserwisser und Weltverbesserer, die meinen ihren Willen aufzudrücken.
Ihr dürft machen, was Ihr wollt - aber bitte lasst mich doch so machen, wie ich will.

  • Antwort von Hubärt, Mittwoch, 14.Februar, 09:08 Uhr

    Aber klar doch. Das ist eine echte Bereicherung, wenn man mit seinen Kindern bei Tempo 180 whatsup Kontakt haben kann. Den Tenor dieser Meldung sollte man schon verstehen wollen und können.

  • Antwort von Trudäringer, Mittwoch, 14.Februar, 10:06 Uhr

    Hubärt, jetzt soll es ja wirklich Menschän gebän, die ihr Handy beim Fahrän nicht benutzän! Krass, odär?

  • Antwort von Hübürt, Mittwoch, 14.Februar, 14:52 Uhr

    Drü Künüsen müt düm Küntrübüss, dü süssen üff dür Mauer ünd ürzühlten sich wüs...

    Es wäre schon mal viel erreicht, wenn die Leute die Technik besser verstehen würden und wie ihnen die Unterhosen runtergelassen werden (ohne es zu bemerken). Smartphones sollten eigentlich waffenscheinpflichtig sein. Was da angesammelt wird und werden darf ist für mich schleierhaft und vollkommen konträr zu deutschen Datenschutzrecht (Apothekerrechtsstreit wegen Videoüberwachung im Laden).
    Dass aber den Leuten die persönlichsten Daten abgeschnorchelt werden ist ok?