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"Durchblick" Versteckt und oft zu viel: Zucker

Wussten Sie, dass zum Beispiel im fertig gekauften Blaukraut jede Menge Zucker enthalten ist? Und auch in Produkten für Kinder ist meistens viel zu viel davon drin. Ernährungsfachleute schlagen Alarm.

Stand: 10.01.2019

Donuts durch die Lupe | Bild: colourbox.com; Montage: BR

Gerade Fertigprodukte für Kinder sind nach Erkenntnissen der Verbraucherzentrale Bayern extrem übersüßt. 150 Gramm handelsüblicher Joghurt für Kinder kann oft so viel Zucker enthalten wie etwa ein Schokoriegel. Fatal dabei: Kinder werden dadurch geradezu an den Süßgeschmack gewöhnt.

Gewöhnung an übermäßigen Süßgeschmack

Aber nicht nur in solch offensichtlich gesüßten Fertiglebensmittel für Kinder versteckt sich Zucker. Es gibt auch eine Vielzahl an Produkten, bei denen der Käufer es wohl nicht vermutet. Beispielsweise grüne Smoothies. Die Hersteller bewerben sie geradezu als megagesund; jede Menge Vitamin C und nicht zu vergessen die Antioxidanzien.

Zucker ist Zucker

360 Milliliter Smoothie, also etwa eine Portion, enthaltens aber sage und schreibe eine Zuckermenge, die vierzehn Stück Würfelzucker entspricht. Der menschliche Körper unterscheidet nicht, ob Zucker natürlicherweise aus einer Banane oder einer Kiwi kommt oder ob Haushaltszucker gesetzt wurde.

Selbst in herzhaften Gerichten kommt die Lebensmittelindustrie offenbar nur schwer ohne reichlich Zucker aus. Eine 400-Gramm-Packung Rotkohl, das sind etwa zwei Portionen, enthält umgerechnet zwanzig Stück Würfelzucker.

Nutri-Score statt Ampel

Die Verbraucherzentralen wünschen sich deshalb einen sogenannten Nutri-Score, mit Hilfe dessen sich Verbraucher über ein Farbpunktsystem informieren können, was Sache ist. Bis Mitte 2019 muss die Bundesregierung etwas auf den Weg bringen, dass einzelne Produkte dann auch auf den ersten Blick Informationen bieten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wirbt bereits unter dem Motto "Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten" für seine nationale Reduktions- und Innovationsstrategie. Die Verbraucherzentralen begrüßen die Initiative, sehen aber schon jetzt ein Problem, denn das Programm setzt auf Freiwilligkeit.

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Daniela Krehl ist Diplom-Oecotrophologin, also Ernährungswissenschaftlerin. Bei der Verbraucherzentale Bayern ist sie zuständig für alle Fragen rund um das Thema Ernährung.

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