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Gewichtskontrolle Vermittlung von Spaß am Essen

Gewicht reduzieren ,heißt nicht hungern. Das ist besonders bei Kindern wichtig. Der Spaß am Essen soll bleiben, aber das Kind sollte wissen, worauf es beim Essen ankommt.

Stand: 10.04.2018

Ernährungstrainerin mit Kindern beim Kochevent "Abenteuer Essgenuss" in Leipzig | Bild: picture-alliance/dpa

Je mehr Kinder wissen, was ihrem Körper gut tut, desto bereitwilliger akzeptieren sie, dass sie zum Beispiel Süßigkeiten nur begrenzt essen dürfen. Kindgerechte Informationen über Wirkungsweisen von Zucker, Fett und Vitaminen fördern die Eigenverantwortlichkeit.

Auch Kinder sollen Bescheid wissen

Ernährungswissenschaftlerin Agnes Streber und ihr Team bieten Abnehmkurse für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr an, so lernen die Kids den Umgang mit Süßigkeiten und werden über die Tricks der Industrie  informiert. Frühe Prävention ist der beste Schutz vor Übergewicht. bereits achtjährige Kinder über die Auswirkungen von zu viel Süßem auf die Gesundheit:

"Wenn die Kinder einen Berg Zuckerwürfel aufbauen, der in einem Liter Limonade oder in einem Schokoriegel enthalten ist, dann ist das für sie sehr einleuchtend. Die Kinder müssen nicht wissen, wie der Blutzuckerspiegel genau funktioniert, aber sie können sehen und damit auch begreifen, wie viel Zucker oder Fett sie mit welchem Nahrungsmittel zu sich nehmen."

Agnes Streber, Ökotrophologin

Die Kartoffelchips-Rechnung

Sehr einleuchtend ist immer die Demonstration an Hand einer Tüte Kartoffelchips – so die Erfahrung der Ernährungswissenschaftlerin: Eine solche Tüte hat 78 Gramm Fett. Das ist der Tagesbedarf eines Erwachsenen. Kinder brauchen rund die Hälfte. Kinder rechnen sehr schnell: Wenn ich eine halbe Tüte Chips esse, dann habe ich bereits so viel an Fett gegessen, wie ich für einen ganzen Tag brauche. Das heißt: Ich darf mir eigentlich keine Butter mehr aufs Brot schmieren und Käse ist auch tabu. Sie lernen auch, dass sie gar nicht so viel Radfahren oder Schwimmen können, um diese Energiemengen wieder abzubauen. So begreifen sie, dass sie zwangsläufig zunehmen, wenn sie sich auf Dauer von Chips, Fritten und Schokoriegeln ernähren.

Richtige Ernährung beginnt beim Einkauf

"Es müssen nicht nur Bioprodukte sein, aber es wäre gut, wenn die Grundnahrungsmittel - Brot, Kartoffeln, Reis, Milch, Butter, Eier, Teigwaren, Weizenmehl, Bananen und Kaffee - aus dem biologischen Anbau kommen, weil schon der Geschmack ein anderer ist. Wenn Kinder zum Beispiel eine Bio-Kartoffel essen, dann muss nicht viel Soße dran, damit sie schmeckt. Gerade beim Obst greifen Kinder häufig nicht von sich aus zu. Wenn die Eltern aber einen Obstteller zubereiten - wenn möglich gemeinsam mit den Kindern - dann werden die Stückchen auch gerne gegessen."

Agnes Streber, Ökotrophologin

Tipps

  • Nur eine festgelegte Menge Süßigkeiten am Tag
  • Süßigkeiten nach den Mahlzeiten nicht zwischendurch gegen den kleinen Hunger
  • Obst als Zwischenmahlzeit
  • Am Tisch essen
  • Beim Essen nicht fernsehen oder etwas anderes unternehmen
  • Mit Zeit und in Ruhe essen
  • Kleine Portionen auf den Teller legen
  • Ausreichend trinken
  • Nach dem Abendessen am besten nichts mehr essen

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