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Risiko-Gene Veranlagung zu Alzheimer kann vererbt werden

Es gibt genetische Faktoren, die die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung begünstigen. Dazu zählen zum einen Risikomodulatoren (Polymorphismen) wie Apolipoprotein E-Varianten. Sie bestimmen, mit welcher Wahrscheinlichkeit jemand in einem bestimmten Alter eine Demenz entwickelt.

Stand: 13.09.2018

DNA Helixmodell | Bild: Getty Images

Wenn man ein solches Risiko-Gen trägt, setzt sich die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zum Beispiel um den Faktor drei oder zehn herauf.

Alzheimer als Erbkrankheit

Daneben gibt es die dramatischeren, aber sehr seltenen 'autosomal-dominanten Mutationen mit hoher Penetranz', die sich mit absoluter Sicherheit durchsetzen und zu einem Ausbruch der Krankheit in einem bestimmten Lebensalter führen werden. Das ist bei den weltweit sehr seltenen 'familiären Formen' der Alzheimer-Krankheit der Fall, die sich schon im früheren Lebensalter manifestieren. Hierzu zählen Mutationen der Präsenilin-Gene (Typ 1 und Typ 2) und das Amyloid-Vorläuferprotein, das auf dem Chromosom 21 codiert wird.

Bestimmen unsere Gene Alzheimer vorher?

"Die Kenntnis dieser Alzheimer-Gene hat die Forschung enorm bereichert, da diese Ursprungseiweiße viel über den allgemeinen Krankheitsmechanismus erzählen. Es ist aber völlig falsch, zu sagen, Alzheimer sei schicksalhaft und allein genetisch bedingt. Wir müssen versuchen, rechtzeitig jene Gene, die uns bestimmte Leistungen ermöglichen, auch zu benutzen und möglichst lange unsere geistigen Leistungen trainieren."

Prof. Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München


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