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Neue Möglichkeiten in Aussicht Therapie der Herzinsuffizienz

Die Behandlung einer Herzinsuffizienz ist grundsätzlich daran zu orientieren, ob es sich bei der Form der Erkrankung um eine Pumpfunktionsstörung oder eine Versteifung des Herzens handelt. Für beide Formen kommen unterschiedliche Therapiekonzepte in Frage.

Von: Max Tenschert

Stand: 25.04.2016

Symbolbild: orangefarbene Tabletten | Bild: picture-alliance/dpa

Wird eine Herzschwäche durch eine Pumpstörung verursacht, kommt in der Regel eine Kombination verschiedener Medikamente zur Anwendung. Hier werden vorwiegend drei Medikamente aus der Blutdrucktherapie angewendet: Betablocker, ACE-Hemmer und Spironolacton. In den letzten Jahren zeigte sich, dass zusätzliche positive Behandlungseffekte entstehen, wenn man den ACE-Hemmer durch ein neues Medikament namens Entresto austauscht.

"Diese vier Medikamentengruppen hat man schon lange. Sie wirken in der Kombination sehr gut."

Prof. Dr. Stefan Störk

Bei der Einnahme all dieser Medikamente ist es wichtig, sie kontinuierlich und sehr zuverlässig einzunehmen. Durch die tägliche Einnahme kann sich die Herzschwäche sowie die Lebensqualität wieder bessern.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Medikamententherapie einer Herzinsuffizienz oft auch Wassertabletten eingesetzt. Mit diesen kann die Neigung zu Wassereinlagerungen in der Lunge und in den Beinen eingedämmt werden.

Anders sieht die Therapie bei einer Herzschwäche aus, die durch eine Versteifung des Herzens verursacht wird. Hier gilt es zunächst, die genaue Ursache für die Versteifung zu finden und diese so gut wie möglich zu behandeln. Potenzielle Ursachen können in diesem Zusammenhang eine Diabeteserkrankung, eine Entzündung, ein genetisches oder ein Herzklappenproblem sein.

Auch Potenzial für Antidiabetikum

In weiteren Studien wurde die Wirkung von Gliflozinen bei Herzinsuffizienz-Patienten untersucht. Bei den Gliflozinen handelt es sich um ein Antidiabetikum, das bereits für die Behandlung von Diabetespatienten zugelassen ist. Neue Studienergebnisse zeigen, dass auch Patienten mit einer Herzschwäche bei der Einnahme von Gliflozinen eine bessere Prognose haben könnten. Zu dieser Medikamentengruppe werden noch in diesem Jahr weitere wichtige Studienergebnisse erwartet.

"Die unerwartet günstigen Effekte dieses Medikaments haben uns positiv überrascht. Wir haben eine neue Therapieoption, die jetzt in den Startlöchern steht."

Prof. Dr. Stefan Störk

Blick in die Zukunft: Neuer Therapieansatz mit AntimiR-132

Für die Behandlung der Herzschwäche tun sich derzeit weitere, neue Strategien auf. Bei dem Wirkstoff "AntimiR-132" handelt es sich um ein neuartiges Therapiekonzept, das in die interne Zellprogrammierung des Körpers eingreift. Nach ersten Vorversuchen soll demnächst eventuell auch an erkrankten Patienten überprüft werden, ob AntimiR-132 die Beschwerden und letztendlich auch die Prognose von Herzinsuffizienz-Patienten verbessern kann.

"Diese Strategie war im Tierversuch sehr vielversprechend. Es könnte sein, dass wir in der näheren Zukunft, das bedeutet in den nächsten drei bis fünf Jahren, noch mehr davon hören."

Prof. Dr. Stefan Störk


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