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Basismedikamente Therapie bei Diabetes Typ 2

Diabetes bedeutet Insulin spritzen? Das ist oft der erste Gedanke, doch im Fall von Diabetes Typ 2 ist das erst die letzte Maßnahme. Tabletten, so genannte Antidiabetika, die den Blutzucker senken, stehen als Medikation vorher zur Verfügung – unter Umständen in Kombination.

Von: Katharina Hübel

Stand: 05.02.2019

Diabetikerin beim Spritzen von Insulin mit sog. Insulin-Pen | Bild: picture-alliance/dpa

Je nach Alter und Zustand des Patienten legt der Arzt einen Zielbereich des Zuckerwertes fest. Vor allem bei älteren Patienten muss das nicht der Normbereich des Zuckers sein. Denn Medikamente haben Nebenwirkungen. Eine gravierende Nebenwirkung kann der Unterzucker (Hypoglykämie) sein, der im Extremfall sogar zum Tod führen kann. Bei jungen Menschen ist es jedoch wichtiger, den Blutzucker strenger anzugehen, da Blutzuckerspitzen und über lange Jahre erhöhte Blutzuckerwerte die Gefäße und Nerven schädigen.

Kombination von Medikamenten

Bei den Medikamenten hat sich in Deutschland eine relativ einheitliche Vorgehensweise herausgebildet, die auch so von der europäischen und amerikanischen Diabetesgesellschaft festgeschrieben ist. Bei Diabetes Typ 2 wird meist eine Kombination verschiedener Medikamente gegeben.

"Diabetes ist eine chronische Erkrankung, sodass man mit der Therapie in der Regel Zeit seines Lebens dranbleiben muss. Deswegen ist es wichtig, dass man eine Therapie hat, die man mittragen kann, hinter der man steht. Durch unterschiedliche Wirkansätze ergänzen sich die Medikamente hervorragend."

Dr. Arthur Grünerbel, Diabetologe.

Dosierung

Grundsätzlich müssen alle Diabetesmedikamente entsprechend der Funktion der Niere dosiert werden. Nicht, weil die Diabetesmedikamente primär der Niere schadeten, so Dr. Grünerbel, sondern, weil sie über die Niere ausgeschieden werden. Wenn die Niere mit zunehmendem Alter langsamer ausscheidet, muss die Medikamentendosis verringert werden.

Basismedikament Metformin

Metformin ist derzeit das Mittel der Wahl. Es wird in der Regel als erstes Medikament eingesetzt. Metformin schont die Betazellen der Bauchspeicheldrüse und sorgt dafür, dass sie sich erholen können. Es verbessert außerdem die Insulinwirkung an den Muskelzellen. Das ist wichtig, denn, wenn der Typ-2-Diabetiker erst einmal insulinresistent ist, kann das Insulin nicht mehr wirken. Metformin ist in der Regel das Basismedikament, mit dem Folgemedikamente kombiniert werden.

Nebenwirkungen

Die Hauptnebenwirkung von Metformin ist Magendrücken, Übelkeit, Durchfall.

"Deswegen beginnen wir mit dem Metformin immer in niedriger Dosis. Erstmal nur ein Mal am Tag, zum Teil auch nur eine halbe Tablette, dann steigern wir das Ganze langsam und dann vertragen es die meisten Menschen auch"

, so Dr. Arthur Grünerbel.

Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe schütten aktiv Insulin aus den Betazellen aus, was im Laufe der Zeit unter Umständen die Betazellen erschöpfen kann, wenn man das Medikament zu lange anwendet. Diese Medikamente können bei manchen Patienten zu Unterzuckerung und zur Gewichtszunahme führen, weshalb sie nur bei bestimmten Indikationen verwendet werden. Zum Beispiel gibt es auch schlanke Typ-2-Diabetiker, die dann lieber so ein Medikament haben. Unterzuckergefahr besteht bei den Sulfonylharnstoffen, weil sie aktiv und kontinuierlich die Bauchspeicheldrüse dazu animieren, Insulin auszuschütten.

Insulin

Wenn die Betazellen erschöpft sind und gar kein Insulin mehr produzieren, müssen Typ2-Diabetiker Insulin spritzen. Anfangs reichen meist Abnehmen, Sport und Tabletten aus.


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