Bayern 2


3

Kirche und Arbeitsrecht Muss glauben, wer für die Kirche arbeitet?

Eine konfessionslose Frau hat sich um einen Arbeitsplatz bei einem kirchlichen Träger beworben. Sie schied aus, fühlte sich diskriminiert und klagte. Der EuGH hat entschieden: Kirchliche Arbeitgeber dürfen nicht bei jeder Stelle von Bewerbern eine Religionszugehörigkeit fordern.

Stand: 17.04.2018

Die Kirche ist nach dem öffentlichen Dienst der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Die evangelische und katholische Kirche beschäftigen ca. 1,3 Millionen Mitarbeiter. Für diese gilt das entsprechende kirchliche Arbeitsrecht. Dieses Recht ermöglicht den Kirchen, die spezifische Eigenart des kirchlichen Dienstes zu formulieren und bestimmte Aspekte der kirchlichen Arbeitsverhältnisse nach ihrem Selbstverständnis zu gestalten.

Mitarbeiter mit Leitungsfunktion und „im Verkündigungsdienst“, also auch Religionslehrer und Erzieher, müssen beispielsweise ihr Privatleben nach der katholischen Glaubens- und Sittenlehre ausrichten. Darunter fällt unter anderem die sexuelle Orientierung.

Vor drei Jahren wurde das katholische Arbeitsrecht von der Kirche reformiert. Wenn das Privatleben nicht der katholischen Norm entspricht, soll das nur noch in Ausnahmefällen arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Gleichzeitig öffnete Papst Franziskus die Kirche für wiederverheiratet Geschiedene. Doch in der Praxis hat sich wenig verändert: Nur ein Teil der Kirchenmitarbeiter, etwa in der Pflege, in Krankenhäusern oder in der Verwaltung, profitiert von den Neuregelungen.

Braucht es noch mehr Reformen? Ist das Kirchenrecht noch zeitgemäß?

Zu Gast bei Bayern 2- Moderator Stefan Parrisius war Heinrich Götz. Er ist Vorsitzender des Diakonischen Rats in Bayern.

Die Nummer ins Studio: 0800 / 94 95 95 5

Unter dieser gebührenfreien Telefonnummer sind wir werktags ab 11 Uhr für Sie erreichbar. Rufen Sie an!
Diskutieren Sie mit unserem kompetenten Studiogast über ein aktuelles Thema. Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport - im Tagesgespräch debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Fragen. 

Muss glauben, wer für die Kirche arbeitet?


3