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Symptome für Morbus Parkinson Schlechter riechen, schreiben und schlafen

Rund ein Drittel aller an Parkinson-Erkrankten zittert (anfangs nur auf einer Körperhälfte) vor allem dann, wenn der Arm oder das Bein in Ruhestellung ist. Bewegt man sich, dann lässt das Zittern kurzzeitig nach. Der Arzt bezeichnet dies als Ruhe-Tremor.

Stand: 02.12.2018

Hände hinter blauer Eiswand - Darstellung für zitternde Hände von Parkinsonpatienten | Bild: picture-alliance/dpa

Die bekanntesten Anzeichen für Parkinson sind Zittern, Bewegungsverlangsamung und Muskelsteifheit, typischerweise auf einer Körperhälfte beginnend. Auslöser ist ein Mangel an Dopamin, dem Botenstoff, der für flüssige Muskelbewegungen sorgt. Doch schon lange bevor solche motorischen Probleme auftreten, beobachten Mediziner andere typische Anzeichen.

Nachlassender Geruchssinn

Fast alle Patienten können schlechter riechen als früher. Vielen fällt das aber selber gar nicht auf. Außerdem kann nachlassender Geruchssinn auch durch andere Ursachen, etwa einen Unfall oder jahrelanges Rauchen. Im Rückblick stellt man jedoch fest, dass schon mehrere Jahre vor den motorischen Einschränkungen bei den meisten Parkinson Patienten der Geruchssinn betroffen war.

Stimmungsverschlechterung und Parkinson

Ebenfalls berichten viele Parkinson Patienten in der Frühphase von einer Stimmungsverschlechterung. Meistens, aber nicht immer handelt es sich dabei nicht um eine ausgeprägte Depression, eher um eine melancholische Grundstimmung. Das ist keine Reaktion auf die mit Morbus Parkinson einhergehende motorische Einschränkung, sondern geht den Bewegungsproblemen meist schon voraus. Ursache dafür sind auch hier die durch Parkinson gestörten Neurotransmitter (Botenstoffe) im Gehirn.

Schlafstörungen können frühes Parkinson-Symptom sein

Das dritte wichtige nicht-motorische Symptom, das bei Parkinson schon früh auftritt, sind Schlafstörungen. Dabei leiden die Patienten aber in der Regel nicht unter Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, sondern

  • sie bewegen sich in der Traumschlafphase (REM-Schlafphase) unbewusst heftig hin und her,
  • leben ihre Träume aktiv aus und
  • bemerken es selbst nicht einmal; ihre Angehörigen aber sehr wohl.

Muskeln versteifen

Die Muskelsteifheit kann bei Parkinson-Patienten auch Wirbelsäulen- und Gelenkschmerzen auslösen.

Ungefähr zwei Drittel der Parkinson-Patienten leiden vor allem unter einer Bewegungsverlangsamung und Muskelsteifheit. Dies wirkt sich so aus, dass man feinmotorische Schwierigkeiten aller Art hat, z.B. das Hemd zuzuknöpfen, zu schreiben, sich zu rasieren, Klavier zu spielen oder Arbeiten im Haushalt zu verrichten. Der Arzt bezeichnet dies als Rigor.

"Manchmal ist es auch so, dass der Patient nur merkt, dass z.B. die Schultern schmerzen, weil die Muskeln sich dort versteifen. Deswegen geht er zuerst zum Orthopäden. Doch die Ursache der Schmerzen liegt nicht in den Gelenken oder im Knochen, sondern in den steifen Muskeln."

Prof. Günter Höglinger, Technische Universität

Zittern

Rund ein Drittel aller an Parkinson-Erkrankten zittert (anfangs nur auf einer Körperhälfte) vor allem dann, wenn der Arm oder das Bein in Ruhestellung ist. Bewegt man sich, dann lässt das Zittern kurzzeitig nach. Der Arzt bezeichnet dies als Ruhe-Tremor.

Bewegungsverlangsamung

Zu den charakteristischen Parkinson-Symptomen zählt auch eine Verlangsamung der spontanen Bewegungen. Der Arzt bezeichnet dies als Bradykinese. Beispiele sind

  • Beim Gehen schwingt ein Arm nicht mehr richtig mit.
  • Beim Reden wird kaum noch gestikuliert.
  • Oft ist die spontane Gesichtsmotorik eingeschränkt: Die Mundwinkel bewegen sich z.B. beim Lachen kaum noch oder der Patient blinzelt selten. Das kann sich bis zur ausdruckslosen Gesichtsstarre entwickeln.
  • Außerdem sprechen viele Parkinsonpatienten leise und monoton - das kann man durch gezielte Übungen und Hilfe von Logopäden verbessern.

Diagnose

Oft dauert es nach den ersten Symptomen ein Jahr oder noch länger, bis ein Patient die Diagnose Parkinson bekommt, da die Erkrankung schleichend beginnt. Meistmerken die Patienten selber, dass etwas nicht stimmt. Für erfahrene Neurologen sind die körperlichen Symptome recht sichere Hinweise auf Parkinson. Zum Ausschluss anderer Erkrankungen werden oft noch Blutuntersuchungen und Kernspintomografie durchgeführt.


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