Bayern 2


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Stress Der Körper in Alarmbereitschaft

Wenn es in der Steinzeit stressig wurde, ging es meist um handfeste Probleme: Raubtiere bedrohten die Sippe. Eine schwierige Flussüberquerung stand bevor. Heutige Herausforderungen verlangen selten besondere körperliche Kräfte.

Von: Justina Schreiber

Stand: 21.12.2017

Man sitzt am Schreibtisch in Großraumbüro und fasst sich gestresst an den Kopf. | Bild: BR

Trotzdem funktioniert das Stresssystem fast noch genauso wie damals.

Akuter Stress

Bei akutem Stress erhöhen sich Blutdruck, Blutzucker und Puls. Die Atmung vertieft sich. Körper und Geist befinden sich in Alarmbereitschaft. Sogenannte Katecholamine überfluten das zentrale Nervensystem und den Organismus. Das sind erregend wirkende, antriebssteigernde Botenstoffe. Vor allem Adrenalin ist jetzt im Übermaß vorhanden.

Chronischer Stress

Bei chronischem Stress steigt dagegen der Cortisol-Spiegel. Dieses Stresshormon stellt den Körper auf eine Dauerbelastung ein, indem es Stoffwechselvorgänge aktiviert, die zusätzliche Energie bereitstellen. Im Gegenzug dämmt Cortisol allerdings die Immunabwehr. So werden die Kräfte des physiologischen Systems in stressigen Phasen zwar gebündelt. Aber es wächst auch die Anfälligkeit für Infekte und andere Krankheiten. Mental passiert eine ähnliche Fokussierung: Wer gestresst ist, kann mit Hochdruck und voller Konzentration eine einzige Aufgabe erledigen. Im Gegenzug verschwinden andere, möglicherweise ebenfalls wichtige Dinge vom "inneren Radarschirm".

"Das Gehirn schaltet auf einen fokussierten Modus, so dass alles, was nicht zum Problem gehört, ausgeblendet wird. Das ist an sich eine wichtige menschliche Eigenschaft. Denn wenn wir uns intensiv mit Problemen beschäftigen, kommen uns Ideen, die uns sonst nie eingefallen wären."

Prof. Dr. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Johannesbadklinik Furth im Wald


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