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US-Strafzölle Bernd Lange: Wollen keine Eskalation, aber deutliches Zeichen setzen

Zur Debatte im Europaparlament über mögliche US-Strafzölle kündigt Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses, Gegenmaßnahmen an. Laut Lange bricht Trump internationales Handelsrecht.

Stand: 14.03.2018

Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte der SPD-Europapolitiker und Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament Bernd Lange:

"Wir bleiben beim WTO-Recht, und wir können auch Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn unberechtigterweise Zölle erhoben werden. Das werden wir tun, zwar nicht in dem gleichen Volumen wie Herr Trump. Wir wollen keine Eskalation, sondern ein deutliches Zeichen!"

Bernd Lange

Laut Lange bricht Trump mit den Strafzöllen internationales Handelsrecht:

"Er versucht, den heimischen Markt abzuschotten, und das ist ein Angriff auf das internationale Handelsrecht. Da müssen wir, glaube ich, ein deutliches Signal setzen."

Bernd Lange

Das "Signal" betrifft ebenfalls Stahlprodukte, so Lange:

"Im Wesentlichen geht es auch um Stahlprodukte und stahlrelevante Dinge, wie zum Beispiel Motorboote. Aber eben auch um Agrarprodukte, weil die USA sehr stark Agrarprodukte nach Europa exportieren."

Bernd Lange

Zusammen mit anderen Ländern wolle man außerdem klagen, sagt Lange:

"Wir werden zusammen mit den anderen Ländern - es ist ja keine Maßnahme gegen Europa, sondern gegen die Welt - eine Klage bei der Welthandelsorganisation einreichen."

Bernd Lange

Bezüglich der von Trump angedrohten Strafzölle auf Autoimporte sprach Bernd Lange von "viel heißer Luft".

"Weit über 50 Prozent der europäischen Autos, die in den USA verkauft werden, werden in den USA produziert. […] Bei den Autos kann er nicht alleine gehen, das hat nun überhaupt nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun."

Bernd Lange


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