Bayern 2


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Wenn die Sprache klemmt

Von: Klaus Schneider

Stand: 18.10.2018

Symbolbild: Mann verzieht Mund | Bild: picture-alliance/dpa

Etwa ein Prozent der Bevölkerung hierzulande ist vom Stottern betroffen. Bei einem Großteil der Betroffenen beginnt es bereits im Alter zwischen zwei und vier Jahren. Bei den meisten Kindern, die stottern, geht es von alleine wieder weg (= Remission).

Experte:

Georg Thum, akademischer Sprachtherapeut an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Jedoch sollte man sich darauf auf keinen Fall verlassen, sondern rechtzeitig entgegenwirken. Denn mit beginnendem Schulalter schließt sich das Zeitfenster der Remission. Je früher man also dem Stottern gegensteuert, desto größer ist die Chance, stotterfrei zu werden. Und auch bei älteren Kindern und Erwachsenen gilt: Eine frühe Intervention ist wichtig, um Begleiterscheinungen zu verhindern.

Dem Text liegt ein Interview mit Georg Thum, akademischer Sprachtherapeut an der Ludwig-Maximilians-Universität München, zugrunde.

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