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Joggen & Co im Winter Sport bei Kälte oder nach einer Erkältung

Wer auch gern im Winter Sport treibt, sollte bei Kälte und nach grippalen Infekten einige Tipps beachten: Von der richtigen Kleidung bis hin zu genügend Schonzeit nach Erkältung, Grippe und Co.

Stand: 28.02.2018

Joggerinnen im Schnee | Bild: picture-alliance/dpa

Eiseskälte hält viele Sportbegeisterte nicht vor ihrer wöchentlichen Sportration ab. Während die einen sich gegen die Kälte schützen mit allerlei Hausmitteln und winterlicher Kleidung, joggen die anderen dennoch mit kurzer Hose oder im T-Shirt durch den Park. Was ist medizinisch sinnvoll? Sportmediziner Prof. Martin Halle vom Zentrum für Prävention, Ernährung und Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München klärt auf.

Warm anziehen schützt die Muskeln

In der Kälte muss der Körper ohnehin mehr arbeiten, um sich warm zu halten. Prof. Halle rät deshalb, dass sich Wintersportler drinnen aufzuwärmen sollten, vor allem auch die Körperenden wie Finger, Fußspitzen und Ohren. Banal, aber nicht zu verachten: Mütze und Handschuhe schützen vor dem Auskühlen. Und auch die beanspruchten Muskeln sollten warm eingepackt sein, damit sie gut durchblutet sind und elastisch bleiben. Werden die Waden kalt, zieht sich das Gefäßsystem zusammen und die Durchblutung läuft nicht mehr so gut, also lieber lange Hose statt Laufshorts.

Infekten vorbeugen

Durch die niedrige Luftfeuchtigkeit im Winter trocknen die Schleimhäute sehr schnell aus. Sie sind allerdings wichtig für die Abwehr gegen Viren. Sind die Schleimhäute feucht genug und können aufquellen, gelangen die Viren nicht hindurch, erklärt Prof. Halle. Deshalb ist es wichtig, die Nase feucht halten und viel zu trinken - egal ob Sportler oder nicht.

"Die Schleimhaut ist wie eine dünne Schutzschicht. Bei Trockenheit verschrumpelt sie. Dann schlüpfen Viren leicht zwischen den Zellen durch und können zu Infekten führen."

Prof. Martin Halle, Klinikum rechts der Isar der TU München

Sport bei Kälte nicht für jedermann

Aus medizinscher Sicht spricht nichts dagegen, wenn gesunde Menschen auch bei starker Kälte Sport treiben. Aufpassen sollten allerdings Menschen mit Lungen- oder Herzproblemen, warnt Sportmediziner Prof. Halle. Bei Asthmatikern kann sich die Lunge leicht zusammenziehen; und auch Sportler mit Herzproblemen laufen Gefahr, dass sich ihre Blutgefäße unter Belastung bei kalten Temperaturen verengen.

Vorsicht bei Sport nach grippalen Infekten

Viren, die bei grippalen Infekten in den Körper gelangt sind, können auch zum Herzen wandern. Das gilt für Viren, die klassischen Schnupfen als auch bei Magen-Darm-Infekte auslösen. Wenn die Viren das Herz erreichen und sich dort ansiedeln, kann dies zu Herzmuskelentzündungen führen. Deshalb muss man in den Phasen der Infektion vorsichtig sein. Zu viel Belastung kann das ohnehin eingeschränkte Immunsystem noch mehr schwächen, und die Viren können noch besser ihr Unwesen treiben. Schlimmstenfalls können Herz-Rhythmus-Störungen und Kammerflimmern die Folge sein.

"Mein Rat ist: Wenn ich Gliederschmerzen habe - wie eine Art Muskelkater -, ohne Sport gemacht zu haben, dann sollte ich in jedem Fall aufpassen und drei bis fünf Tage abwarten. Denn dahinter können solche Viren stecken."

Prof. Martin Halle, Klinikum rechts der Isar der TU München

Tipp: Nicht zu früh mit dem Sport anfangen

Prof. Martin Halle warnt deshalb davor, zu früh wieder mit dem Sport zu beginnen. Der Sportmediziner rät, bei harmloseren Infekten ohne Fieber drei bis fünf Tage zu warten. Bei Erkrankungen mit Fieber, also über 38,5 Grad, sollten mindestens sieben fieberfreie Tage vergehen, bis man wieder mit dem Sport beginnt. Denn Fieber ist eine Gesamtkörperreaktion.


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