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Nach ärztlichem Rat Sport bei einer Herzschwäche

Das Treiben von Sport kann sich im Zuge der Therapie positiv auf eine Herzinsuffizienz auswirken. Dabei sollte aber immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Von: Max Tenschert

Stand: 07.07.2020

Eine Frau betätigt ihre Smartwatch beim Sporttreiben. | Bild: picture-alliance/dpa

In Bezug auf den Sport als Teil der Behandlung einer Herzschwäche hat sich der medizinische Standpunkt mittlerweile geändert. Noch vor 30 Jahren wurde bei der Diagnose einer Herzinsuffizienz zur sofortigen und andauernden Schonung sowie zum Verzicht auf Sport und andere Belastungen geraten. Heute sind die Mediziner der Ansicht: Sport kann bei einer Herzschwäche eigentlich nur nutzen.

Sport als Prävention

Insbesondere bei der Vorbeugung einer Herzinsuffizienz spielt Sport eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang sollte bereits vom Kindesalter an regelmäßig Sport getrieben werden. Aber auch im mittleren Lebensalter sollte Sport in die Wochenplanung integriert werden – idealerweise mindestens dreimal 30 Minuten. Geeignete Sportarten sind jene, die der jeweiligen Person oder auch Gruppe Spaß machen.

Sport als Therapie

Anders sieht die Situation bei Herzinsuffizienz-Patienten mit Symptomen aus. Diese sind durch ihre Symptome von Haus aus schlechter belastbar. Auf Sport müssen sie dennoch in der Regel nicht verzichten.

Sobald feststeht, worauf die Herzschwäche bei einem Patienten beruht, kann häufig ein Leistungstest gemacht werden. In diesem Rahmen wird meist eine Fahrrad- oder Spiroergometrie durchgeführt, bei der die Funktion des Herz- und Lungenkreislaufs unter Belastung untersucht wird. Mittels einer Auswertung können im Anschluss eine Ziel-Herzfrequenz sowie eine Zielbelastung für den jeweiligen Patienten ermittelt werden, angepasst an die Schwere der Erkrankung. Darauf aufbauend kann zudem ein Trainingsprogramm für den Patienten erstellt werden, das in jedem Fall regelmäßiges Ausdauertraining sowie isometrisches Training beinhalten sollte. Ein derartiger Plan kann den Krankheitsverlauf und die Genesung der Patienten aus medizinischer Sicht deutlich beschleunigen.

Insbesondere bei einer chronischen Herzinsuffizienz ist das regelmäßige Treiben von Sport von enormer Bedeutung. Ohne Sport verliert der Körper hier zunehmend an Muskelmasse, aber auch an Eiweiß und baut ab. Diesem auszehrenden Charakter der chronischen Erkrankung sollte daher durch körperliche Betätigung vorgebeugt werden. Grundsätzlich sollten aber alle sportlichen Tätigkeiten der Patienten mit dem Kardiologen besprochen werden.

Herzinsuffizienz und Leistungssport

Leistungssportler, die mit der Diagnose Herzschwäche konfrontiert werden, sollten grundsätzlich ebenfalls ihren Trainingsplan mit ihrem Kardiologen abstimmen. Es könnte nämlich eine Herzmuskelentzündung vorliegen. In diesem Fall bedarf es einer sofortigen Schonung. Für Leistungssportler kann die Schonung jedoch ein Problem darstellen. Der Körper, der auf täglichen Leistungssport eingestellt ist, wird zur Bettruhe gezwungen – das kann bei Sportlern auch Kreislaufprobleme verursachen.

"Diese speziellen Konstellationen müssen sehr intensiv, manchmal sogar auch im Krankenhaus, für eine längere Zeit beobachtet werden."

Prof. Dr. Stefan Störk


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