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Trump in Großbritannien "Sie hat nicht auf mich gehört"

Vor seinem Großbritannien-Besuch hat US-Präsident Trump den Brexit-Plan von Premierministerin May kritisiert. Sollte sie ihr Vorhaben umsetzen, sei ein Handelsdeal mit den USA wohl vom Tisch, sagte Trump der "Sun".

Von: tagesschau.de

Stand: 13.07.2018

US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania werden von der britischen Premierministerin Theresa May und deren Mann Philip empfangen. | Bild: picture-alliance/dpa

Es sei kein Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump, sondern ein Arbeitsessen - so hatte es die britische Regierung im Vorfeld immer wieder betont. Trotzdem gab es beim Eintreffen des US-Gastes mit seiner Frau Melania zumindest ein bisschen Pomp: Eine Militärkapelle empfing die Trumps vor Blenheim Palace nahe der englischen Stadt Oxford. Im Palast hatten die britische Premierminister Theresa May und ihr Mann Philip zum Galadinner geladen.

Zuvor allerdings das: In einem Interview mit der britischen Zeitung "The Sun" kritisierte der US-Präsident den Brexit-Plan der britischen Regierungschefin. Sollte dieser umgesetzt werden, würde das ein Abkommen zwischen den USA und Großbritannien "wahrscheinlich töten", sagte Trump. Wenn sie so einen Deal mache, "würden wir mit der EU einen Deal machen anstatt mit dem Vereinigten Königreich".

"Ich hätte das anders gemacht"

May habe seine Ratschläge ignoriert, auf welche Weise Großbritannien die EU verlassen solle, so Trump weiter zu der Zeitung, die Auszüge ihres Interviews am Abend veröffentlichte. "Ich hätte das ganz anders gemacht", sagte Trump. "Ich habe Theresa May gesagt, wie sie es machen soll, aber sie hat nicht auf mich gehört." May will Großbritannien nach dem Brexit in eine Freihandelszone mit der EU führen.

In dem "Sun"-Interview bezeichnete der US-Präsident May als "nette Person", lobte mit Boris Johnson gleichzeitig einen großen Widersacher der Premierministerin. Johnson, der im Streit über das Brexit-Vorgehen als Außenminister zurückgetreten war, "wäre ein großartiger Premierminister", er habe das Zeug dazu, sagte Trump.

Proteste gegen US-Präsident

Der erste Besuch Trumps als US-Präsident in Großbritannien wird von einer Reihe von Protest-Aktionen begleitet. Auf dem Weg zum Blenheim Palace, den die US-Gäste mit der Präsidentenlimousine zurücklegten, säumten Anti-Trump-Demonstranten mit Schildern die Straße.

In London hatten sich zuvor Hunderte Menschen nahe der Residenz des US-Botschafters im Regent's Park versammelt und gegen den Besuch des US-Präsidenten demonstriert. "Donald Trump ist nicht willkommen", skandierten die Teilnehmer. Die Demonstranten unterstrichen ihren Protest lautstark mit Trillerpfeifen, Megaphonen und Kochtöpfen. "Wie viele Kinder hast Du heute in einen Käfig gesperrt?", riefen sie mit Blick auf den Umgang der US-Behörden mit Kindern illegal eingereister Migranten an der Grenze zu Mexiko. Auf Schildern standen Parolen wie "Rassist", "Sperrt ihn ein" und "Hau ab". Als ein Hubschrauber abhob, um Trump zum Abendessen mit May in Blenheim zu bringen, buhte die Menge.

Die größte Protestaktion wird am Freitag erwartet: Die Initiative "Stop Trump" rechnet am Trafalgar Square in London mit etwa 100.000 Teilnehmer. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan, dem Trump im "Sun"-Interview "schreckliche" Arbeit attestierte, hat seine Teilnahme angekündigt.

Besuch bei der Queen geplant

Allerdings wird der US-Präsident dann wahrscheinlich schon nicht mehr in London sein: Laut Plan empfängt die Premierministerin Trump im Tagesverlauf auf ihrem Landsitz Chequers. Dort soll es laut May unter anderem um Handelsfragen gehen, aber auch um den Streit über Zölle auf Stahl und Aluminium.

Anschließend ist ein Besuch Trumps bei Königin Elizabeth II. auf Schloss Windsor geplant. Von Freitagabend bis Sonntag werden die Trumps dann in Schottland sein - vermutlich in ihrem Luxus-Golfclub Turnberry.

Mit Informationen von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London


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Ökonom, Freitag, 13.Juli, 13:12 Uhr

10. Trump führt die USA wie ein Konzern

Es geht nur um "Deals" und er will wie ein Konzernboss die Preise diktieren. Das ist leider zu wenig zur Staatslenkung. Er wird scheitern und das zerbrochene Vertrauen müssen seine Nachfolger wieder aufbauen.

Wolfgang Kuhn, Freitag, 13.Juli, 12:29 Uhr

9. Schutzgelderpresser

Herr Trump hat einen Charakter wie ein Schutzgelderpresser. Wann begreifen unsere PolitikerInnen, dass von den USA ein gewaltiger Wirtschaftskrieg ausgeht(übrigens nicht erst seit Trump!), der auf allen Ebenen geführt wird? Dass dürfte für uns Europäer im Augenblick das größere Problem sein, als die Frage, ob Russland militärische Kriege führen will. Den USA geht es unverändert um Marktbeherrschung und den Zugang zu Rohstoffen. Dafür wird alles getan. Simpel gesagt: Nach der Trumpschen Ideologie sollen wir nicht "Gefangener von Russland" sein, sondern viel besser Gefangener der USA.

waldler, Freitag, 13.Juli, 12:07 Uhr

8. Sie hat nicht auf mich gehört

Was bildet sich dieser Mensch eigentlich ein?
Haut dem unverschämten Menschen der sich Präsident nennt kräftig auf die Finger liebe Briten

Mal von anderer Seite betrachtet, Freitag, 13.Juli, 11:08 Uhr

7. Diplomatie und angepasstes, "einschleimendes" Verhalten ist nicht so die Sache

von Donald Trump...
Aber die eigene Haltung und Gesinnung für ein nur kleines,lukratives Pöstchen zu opfern, kennen wir zu Genüge von unseren Politikern.
Er verfolgt er seine ganz eigene Strategie, um seine Ziele durchzusetzen, das muss, sollte, und kann man dem Präsidenten der USA zumindest zugute halten.
Das kann einem schon eine gewissen, vorsichtigen "Respekt" abringen, wenn man verfolgt, wie so viele Gegenkampagenen gegen ihn auf der Welt am laufen sind, und er unbeirrt seinen Kurs beibehält.
Wenn du da keine dicke Haut hast..
Da ist es natürlich ein leichtes, für viele anonym im Netz einfach "draufzutreten"..
"Unsere" Kanzlerin wird ja von der Öffentlichkeit dagegen nur verhätschelt. Da ist es ein leichtes zu glänzen.
Abnicker und Jasager haben wir zu Genüge in der Politik.
Mir gefällt auch so vieles nicht am US-Präsidenten, aber er zwingt uns vielleicht grundsätzlich darüber nachzudenken, ob ein stures, simples 'Weiter So' in vielen Bereichen die beste Lösung ist.

Mielke F., Freitag, 13.Juli, 10:22 Uhr

6. Ich, ich, ich liebe euch doch alle ;-)

A stable genious!
Das haben schon manche Verrückte von sich behauptet.

Sorry, das ist einer der peinlichsten US-Präsidenten. Nein, er ist die Number One der Peinlichkeit. Mr. Schlaumeier versucht ja nur Zwietracht zu sähen und seine egoistischen Deals an den Mann zu bringen und seine Waffen zu verkaufen.
Ich hoffe, der Secret Service hört ihn ab, um der Nachwelt irgendwann die Fiesigkeit dieses Menschen zu belegen.

Man denkt an Fakes, aber nein, der Präsident ist tatsächlich so.

  • Antwort von Manchmal brauchts ein Gscheidhaferl, Freitag, 13.Juli, 10:42 Uhr

    @ F.Mielke: Der Mann mit dem von Ihnen zitierten Ausspruch heißt Erich(!) Mielke nicht F.Mielke.
    Und bitte nicht "sähen" sondern "säen"...Danke.

  • Antwort von Mielke F., Freitag, 13.Juli, 11:33 Uhr

    @Gscheidhaferl

    Mit "sehen" haben sie recht, mit meinem Pseudonym nicht. F. Mielke ist mein Name! Sorry, aber sowas kommt vor.
    Danke an den Gscheidhaferl :-)