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Zündfunk präsentiert The National

"Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn plötzlich tausende Menschen, die du nicht kennst, Zeilen singen, die du in deinem Schlafzimmer aufgenommen hast." Stimmt schon, Matt Berninger und seine Band The National pusten in der Regel keine Rock Anthems und Mitgröhl-La-la-la-Hymnen raus - und spielen trotzdem seit Jahren in ausverkauften Stadien und Hallen in Amerika und Europa...

Stand: 05.03.2019

The National  | Bild: by Graham MacIndoe

04 Dezember

Mittwoch, 04. Dezember 2019, 20:00 Uhr

Zenith, Lilienthalallee 29 · 80939 München:

Einlass: 18.30 // Beginn: 20.00 // Tickets: ab 54,- €

Kurzer Blick zurück ins Jahr 2001: In New York sind die Strokes los und Post-Punk-Bands wie Interpol gehen durch die Decke.

Allerhöchste Zeit eigentlich auch für The National, auf diesen Zug aufzuspringen. Doch Matt Berninger und die beiden Geschwisterpaare Aaron und Bryce Dessner und Bryan und Scott Devendorf entsagen dem Hype. Aber im Schatten der Strokes punktet die Band mit ihren country-esken Düsterballaden des zweiten Albums "Sad Songs For Dirty Lovers" bei vielen Kritikern, aber eben (noch) nicht bei der Masse.

2005 gelingt The National dann der Durchbruch - wenn auch mit etwas Verzögerung. Denn die Platte "Alligator" erscheint zwar schon im April, aber erst ein halbes Jahr später fangen die Leute an, das Album wie wild zu kaufen. Mit der Folge, dass The National fast ein Jahr auf Tour sind.

Es brauchte wohl einfach seine Zeit, bis sich die Popwelt an den Bandcheflyriker Matt Berninger und seine Alltagsgeschichten gewöhnt hat, die oft mehr gebrummt als gesungen sind. Die Vergleiche mit Nick Cave und Tom Waits sind da durchaus berechtigt. Die Lieder sind voller doppeldeutiger Texte und wer Berninger fragt, warum er noch nicht längst Gedichtbände veröffentlicht hat, der bekommt dann Sätze zu hören wie: "Poesie ist wie Eislaufen, Songs schreiben ist, wie in der Pfütze herum zu plantschen." Aha. 

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The National - 'Day I Die' | Bild: The National (via YouTube)

The National - 'Day I Die'

Die Musik zu Berningers Texten ist mit jeder weiteren The National-Platte noch poppiger, aber auch noch komplexer geworden. Auf ihrem Album "Boxer" tauchen bei den Indierockern zunehmend auch Jazz- und klassische Elemente auf. Opulenter Sound mit Violinen und Bläsern.

Mit dem letzten Werk „Sleep Well Beast“ wurde ihre Musik schließlich noch kompromissloser und fordernder – ein Wagnis, das sich mit den höchsten Kritikerauszeichnungen in allen Medien, ausgezahlt hat.

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The National - 'I'll Still Destroy You' | Bild: The National (via YouTube)

The National - 'I'll Still Destroy You'


Auf dem Album, das am 17. Mai über das Langzeitlabel 4AD erscheinen wird, kombinieren The National ihre gewohnte Stärke und Talente mit neuen Herangehensweisen: Noch nie zuvor kollaborierte die Band mit so vielen unterschiedlichen MusikerInnen als auf dieser Platte und so lassen sich unter anderem die Stimmen von Sharon Van Etten, Mina Tindle, Kate Stables von This Is The Kit oder Lisa Hannigan entdecken; Streicher durchbrechen die galoppierenden Schlagzeugrhythmen und am Ende wird doch alles wieder von Matt Berningers tiefem Bariton zusammengehalten. Bleibt die Frage, ob die vielen Frauenstimmen aufgrund der Gender-Diskussion im Rockgeschäft ausgewählt wurden? “Yes, there are a lot of women singing on this, but it wasn't because, ‘Oh, let's have more women's voices’”, so Sänger Berninger. “It was more, ‘Let's have more of a fabric of people's identities.’ It would have been better to have had other male singers, but my ego wouldn't let that happen.”

Zum neuen Album veröffentlichen THE NATIONAL gleichzeitig den neuen Film "I AM EASY TO FIND"...

Bevor The National ihr neues Album "I Am Easy To Find" veröffentlichten, veröffentlicht die US-amerikanische Band heute den gleichnamigen Kurzfilm vom Oscar-nomminierte Regisseur Mike Mills (Jahrhundertfrauen, Begginers), der auch bei der Album Produktion beteiligt war, mit Darstellerin Alicia Vikander unter dem selben Titel. Sowohl Album als auch Film gehören dabei zusammen, können aber auch jeweils für sich alleinständig existieren.

Oder wie es Mills beschreibt: “Playfully hostile siblings that love to steal from each other”. Beide teilen sich Musik, DNA und Wörter, sowie die Vision, was es in 2019 bedeutet ein Mensch zu sein. Der Film wurde komponiert wie ein Song, die Musik wurde unter Anleitung eines Regisseurs zusammengeführt. 

Hier könnt ihr euch dem Film ab sofort auf Youtube ansehen:

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"I Am Easy To Find" - A Film by Mike Mills / An Album by The National | Bild: The National (via YouTube)

"I Am Easy To Find" - A Film by Mike Mills / An Album by The National

Mitsamt der neuen Songs im Gepäck geht es 2019 auf eine umfassende Welttournee, am 04.12. spielen sie im Münchner Zenith.


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