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Generator Podcast Warum Esoteriker und Rechte nicht zufällig gemeinsam auf die Straße gehen

Esoterik, Rechtspopulismus und Neofaschismus haben Verbindungen, die lange unterschwellig waren. Die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen haben diese jetzt jedoch offen gelegt. Sie liegen in der gemeinsamen Ablehnung moderner Prinzipien von Gesellschaftsvertrag, Wissenschaft und Solidarität.

Von: Markus Metz

Stand: 04.02.2021

Wenn hierzulande Menschen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen demonstrieren, versammeln sich Esoterikerinnen, Post-Hippies, Verschwörungsphantasten, Populistinnen, Hooligans und Rechtsextreme. Ein erstaunlich breit gefächertes Spektrum von Frauen und Männern, die ihrem Unmut über Lockdown, Maskenpflicht und Impfungen Luft machen und Anschluss suchen. Gefährlichen Anschluss: Es fehlt an Abstand. An Abstand zwischen Menschen und an Abstand zwischen Ideologien.

"Keine Zwangsimpfung! Keine Zwangschippung! Keine Bargeldabschaffung ! Keine Diktatur durch WHO + Finanzeliten! Keine Volldigitalisierung! Kein 5G!" - so titelte ein Plakat bei der Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen am 12. September 2020 auf der Münchner Theresienwiese. Natürlich hat nicht jeder Mensch, der esoterischem Gedankengut anhängt, auch einen Drall zur äußeren politischen Rechten. Und nicht jeder Rechtsextreme heißt Anthroposophinnen, Ufo-Gläubige, Schamaninnen und Satanisten in den eigenen Reihen willkommen. Aber ganz offensichtlich gibt es Schnittpunkte, Kooperationen und Allianzen auf verschiedenen Ebenen.

Es fehlt an Abstand zwischen Menschen und zwischen Ideologien

Zum einen gibt es einfach ein taktisches Zusammengehen. Wenn man sich nicht gegenseitig ausschließt, generiert man mehr Masse, mehr Aufmerksamkeit, mehr Drohpotential. Zum anderen nutzt man gemeinsame Medien: Verlage, die Esoterik, Ökologie und Rechtsextremismus neben einander publizieren, Magazine, in denen man Artikel, Interviews und Rezensionen teilt, Websites und Chatrooms, die nach beiden Seiten offen sind, Märkte und Veranstaltungen, auf denen neben esoterischem Mummenschanz und neuheidnischen Ritualen auch rechtsextreme Redner auftauchen.

Aber ist das alles? Oder zeigen sich historisch gewachsene Verbindungen zwischen bestimmten esoterischen Kulten und rechtsextremer Gesinnung? Entsprechen sich vielleicht die Weltbilder, Feind-Projektionen und Sprachbilder? Steckt in rechtem Gedankengut oft Esoterik? Oder steckt in der Esoterik oft rechtes Gedankengut?

In diesem Generator-Podcast sprechen Micky Wenngatz, die Vorsitzende von "München ist bunt e.V.", Julian Strube, Religionswissenschaftler an der Universität Hamburg und der Journalist Dietrich Krauß, Redakteur und Autor für "Die Anstalt" im ZDF.

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