Bayern 2 - Zündfunk


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Zündfunk Generator Zeitenwende 1989 - Welche Folgen hatte die deutsche Einheit wirklich?

War der Osten schon immer eher rechts? Oder hat der Aufstieg der AfD damit zu tun, dass linke Positionen dort bekämpft wurden? Unser Autor Roderich Fabian hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht.

Von: Roderich Fabian

Stand: 29.11.2019

Beim Münchner Literaturfest 2019 verhandelte eine kompetente Runde das 30. Jubiläum der Deutschen Einheit unter dem Motto "Wechsel der Besitzverhältnisse", also auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Diskussionsteilnehmer vertraten ganz unterschiedliche Positionen, meist abhängig davon, in welchem Teil Deutschlands sie groß geworden sind.

In Einzelinterviews wurden diese Positionen deutlich:

Daniela Dahn, einst Mitglied bei der kurzlebigen Gruppe "Demokratischer Aufbruch" glaubt, dass die Ostdeutschen bis heute schwer unter der Ausplünderung durch die BRD zu leiden haben.

Silke Van Dyk, Soziologie-Professorin in Jena, aus dem Westen stammend, belegt, dass der Osten Deutschlands schon vor dem zweiten Weltkrieg politisch nach rechts tendiert hat.

Der Kulturwissenschaftler Josef Vogl (zurzeit Princeton) ist überzeugt, dass sich der Neoliberalismus und die Meinungsmacht der Internet-Konzerne und der Social Media erst durch die amerikanische Gesetzgebung manifestieren konnte.

Philipp Ther, Historiker mit Lehrstuhl in Wien, erinnert daran, dass die friedlichen Revolutionen im Osten Europas durchaus berechtigt waren, auch wenn sich viele Träume nicht erfüllt haben.

Und der Schriftsteller Ingo Schulze - im Osten geboren - dass der Aufstieg der AFD auch dadurch möglich wurde, dass linke Positionen generell bekämpft wurden und sich die Bürger im Osten neue Provokations-Vehikel gesucht haben.

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