Bayern 2 - Zündfunk


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Zündfunk Generator Viel Spirit - wenig Kohle: Filme machen auf eigene Faust

Filme machen ohne Filmförderung und großes Geld: Dass so fantastische und neuartige Filme entstehen können, zeigen die Regisseurinnen Katharina Wackernagel und Lucia Chiarla. Ein Streifzug durch unabhängige Filmproduktionen.

Von: Markus Metz

Stand: 22.03.2019

Die deutsche Filmförderung ist eine Mixtur aus staatlicher, regionaler und institutioneller Kulturförderung, dazu kommen direkte und indirekte Wirtschaftsförderung sowie der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Das Förderungssystem, um das uns andere Filmländer durchaus beneiden, sollte ursprünglich einen künstlerischen Ansatz gegen den kommerziellen Wettbewerb mit dem In- und Ausland schützen. Es hat aber auch zu einer Form der kulturbürokratischen Beeinflussung geführt, die Filmemacherinnen und Filmemachern als Hemmschuh, wenn nicht gar als indirekte Zensur erscheint. Schon bei der Stoffentwicklung und beim Drehbuch gibt es viele Stimmen, die mitreden, bremsen und „gleichschalten“ können – und den deutschen Film konventioneller und mutloser machen, als er eigentlich ist.

So mehren sich Versuche von Filmemacherinnen und Filmemachern, ihre Arbeiten jenseits von Filmförderung und Fernsehfinanzierung zu realisieren, um Selbständigkeit, Spontanität und Experimentierlust zu erhalten. „Ohne Produktionsförderung und ohne Senderbeteiligung“ entstehen Filme wie „Reise nach Jerusalem“ von Lucia Chiarla – die Geschichte einer Frau, die in die Mühlen von Jobcenter und Bewerbungsvorschriften gerät – oder „Wenn Fliegen träumen“ – das Regie-Debüt der Schauspielerin Katharina Wackernagel, ein Road Movie zwischen Deutschland und Norwegen. Der Generator fragt nach Bedingungen und Preis einer solchen Unabhängigkeit.


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