Bayern 2 - Zündfunk

3 Filmtipps DOK.fest München 2022

Das Münchner DOK.Fest findet dieses Jahr erstmals dual statt und stellt die Weichen für die Zukunft. Zwischen dem 4. und 15. Mai sind 124 Filme aus 55 Längern zu sehen, bis 22. Mai sogar online! Hier werden euch drei Werke vorgestellt, die Ihr auf keinen Fall verpassen solltet!

Stand: 25.04.2022

DOK.fest 2022 | Bild: DOK.fest

04 Mai

Mittwoch, 04. Mai 2022, 14:00 Uhr

bis 22.05.2022, Münchner Kinos und online:

Ticketpreise: 7,50 Euro

124 Filme aus 55 Ländern: Das Team des DOK.fest München hat wieder ein großartiges Programm auf die Beine gestellt, das sowohl in München auf der Kinoleinwand als auch zuhause auf der digitalen Leinwand zu sehen sein werden.

Mehr Infos unter:

Unsere drei Zündfunk-Filmtipps zum DOK.fest München

Volksvertreter – von Andreas Wilcke

Hannah Arendt sprach einst von der „Banaliät des Bösen“ und meinte damit, dass das Unheil nicht unbedingt in Form eines Monsters daherkommen muss, sondern in ganz durchschnittlicher Erscheinung. Dieser Film zeigt uns unkommentiert die Arbeit von einigen AFD-Abgeordneten über einen Zeitraum von drei Jahren. Es sind nicht die berühmten Namen, sondern

Wir erleben die „Volksvertreter“ im Bundestag, in den Ausschüssen und beim Nahkontakt mit den Wählern und werden uns dabei bewusst, wie die Herren sich eher unfreiwillig mit den Gepflogenheiten der Berliner Republik beschäftigen müssen. Das moralische Spektrum der Abgeordneten geht dabei von fehlgeleitet bis verblendet – es ist jedenfalls ein ungewöhnlicher Einblick in ein vorübergehendes Phänomen unserer Zeit.

Jane by Charlotte – von Charlotte Gainsbourg

Die Tochter portraitiert ihre Mutter Jane Birkin. Herausgekommen ist dabei nicht die übliche Biographie, denn der Film von Charlotte Gainsgourg bleibt im Hier und Jetzt. D.h. es gibt keine Ausshnitte aus alten Jane-Birkin-Filmen zu sehen und auch keine Clips mit ihrem Ex-Mann Serge Gainsbourg.

Stattdessen haben wir es hier mit einer Momentaufnahme zu tun. Wir erleben die 75jährige Schauspielerin an der Seite ihrer 50jährigen Tochter, im privaten Haus in der Normandie, bei gemeinsamen Konzerten in New York City oder in der alten Wohnung in Paris, wo die Beiden Devotionalien aus der Vergangenheit sichten.

Es ist ein sehr persönliches Portrait und man muss schon für mindestens eine der beiden Frauen ein Interesse mitbringen, aber dann wird man beschenkt mit einer reichen Familiengeschichte.

Magaluf Ghost Town – von Miguel Angel Blanca

Magaluf ist für die Briten das, was der „Ballermann“ für Deutsche ist – die proletarische Vergnügungsmeile im Südosten Mallorcas. Dort lassen es die Touristen hemmungslos krachen. Sexuelle Exzesse, Alkoholleichen und Verletzte sind an der Tagesordung.

Der Film näghert sich Magaluf durch drei Menschen, die dort das ganze Jahr über leben: Ein schwuler Jugendlicher mit schauspielerischen Ambitionen betrachtet die Touristen mit ebenso verwundertem Blick wie eine alte Spanierin, die an einen afrikanischen Bauarbeiter untervermietet, mit dem sie sich allmählich anfreundet. Und einer russischen Investorin sehen wir dabei zu, wie sie versucht, aus dem Sündenbabel allmählich ein Luxusresort für Wohlhabende zu machen. Trotzdem verstrahlt eine ganz eigene, melancholische Magie – ein (stellenweise durchaus inszeniertes) Meisterwerk.

Gestreamt werden kann das gesamte Programm bis 22.05.2022! Das Festivalprogramm und der Ticketvorverkauf folgt ab Ende April 2022 auf der Homepage des DOK.fest München.

Das gesamte Programm des DOK.fest München 2022 gibt's hier