Bayern 2 - Zündfunk


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Nach Antisemitismus-Vorwürfen Stadt München distanziert sich vom Roger-Waters-Konzert in der Olympiahalle

Roger Waters hat bei Konzertauftritten antisemitische Reden geschwungen. Morgen spielt er in der Münchner Olympiahalle. Auf Nachfrage des Zündfunks hat sich der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter nun vom ehemaligen Pink Floyd-Sänger distanziert.

Von: Shahrzad Osterer

Stand: 12.06.2018

Roger Waters | Bild: dpa / Joel Philippon / MAXPPP

Diese Distanzierung kommt spät: Einen Tag vor Roger Waters‘ Auftritt in der Münchner Olympiahalle distanziert sich Oberbürgermeister Dieter Reiter von dem Konzert. „Wer – wie Roger Waters – antisemitische Boykottkampagnen gegen Israel unterstützt, von einer 'ungemein mächtigen jüdischen Lobby' fantasiert“, müsse sich nicht nur den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen, sagt Reiter. „Er stellt sich auch außerhalb all dessen, wofür unsere demokratische, liberale und bunte Stadtgesellschaft steht.“

Dass der frühere Kopf von Pink Floyd bei seinen Konzerten gern antisemitische Töne schwingt, ist nichts Neues. Seit Mai 2017 ist Waters auf Tournee, politische Symbole und wütende Reden sind fester Bestandteil seiner Konzerte. Der Sänger ist ein prominenter Unterstützer der BDS-Kampagne („Boycott, Divestment and Sanctions“), die zum wirtschaftlichen und kulturellen Boykott des Staates Israel aufruft.

Juristisch war der Auftritt von Roger Waters nicht mehr zu verhindern

Oberbürgermeister Dieter Reiter: Die antisemitische Stimmungsmache Roger Waters' ist in München nicht willkommen

Und genau diese Kampagne will die Stadt München eigentlich schon seit vergangenem Dezember nicht mehr in ihren Räumen haben. Damals beschloss der Stadtrat, Personen oder Organisationen, die für BDS werben, künftig weder durch Zuschüsse noch durch Raumvergaben zu unterstützen. Das damals schon angesetzte Waters-Konzert in der städtischen Olympiahalle blieb allerdings unbeanstandet – bis heute der Zündfunk anfragte. Da der Mietvertrag für das Konzert allerdings bereits vor dem Stadtratsbeschluss unterschrieben war, sei der Auftritt von Roger Waters nicht mehr zu verhindern, erklärt die Stadt München.


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