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Nach Verurteilung wegen übler Nachrede Sigi Maurer sammelt 100.000 Euro binnen 38 Stunden für Hass-Opfer

Sigi Maurer ruft nach ihrer Verurteilung zum Spenden gegen Frauenhass im Netz auf. Innerhalb weniger Stunden wurde die Finanzierungsschwelle für den geplanten Rechtshilfefonds erreicht und es gehen immer noch viele Spenden ein.

Von: Bene Mahler

Stand: 18.10.2018

Sigi Maurer auf einer Pressekonferenz zu ihrem Fonds für Rechtshilfe | Bild: picture-alliance/dpa

Das Urteil hatte vergangene Woche viele schockiert: Sigi Maurer wurde wegen übler Nachrede verurteilt, weil sie eine obszöne Nachricht an sie, zusammen mit dem mutmaßlichen Absender im Internet veröffentlicht hatte. Die Strafe: 150 Tagessätzen á 20 Euro und 4.000 Euro an ihren Kläger für die erlittene Kränkung. "Der Richter befindet, Herr L. lügt und er glaubt alles was ich sage. Trotzdem werde ich verurteilt. Nun gut, dann gehen wir eben in Berufung. Bis nach Straßburg, wenn es sein muss.", schrieb sie auf Twitter.

Große Solidarität für Sigi Maurer

Obwohl viele Unterstützer für die Österreicherin Geld sammeln wollten, lehnte sie das vorerst ab: „Ich kann das nicht kontrollieren und möchte nicht, dass in meinem Namen oder für mich gesammelt wird, ohne zu wissen wer dahintersteht.“ Sie wurde lieber selbst aktiv und rief eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Gemeinsam mit dem Verein ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) begann sie am Montag eine Spendenaktion für einen „Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz“.

Binnen 38 Stunden war das Finanzierungsziel von 100.000 Euro erreicht. Das Geld, sagt Maurer auf einer Pressekonferenz, sei nicht nur für ihren Prozess bestimmt, sondern für alle anderen Betroffenen, die bereit seien, in einem solchen Fall zu klagen und damit Aussicht auf Erfolg haben.

Zwei Drittel der Geldgeber sind Männer

Was Sigi Maurer dabei besonders überrascht hat: Zwei Drittel der Menschen, die für ihre Spendenaktion gegen Hass im Netz Geld gaben, sind Männer. Das hat eine Auswertung ergeben, die von der Plattform respekt.net durchgeführt wurde.. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag sagte Maurer: "Man sieht, dass sich etwas bewegt. Das ist kein Frauen-, sondern ein gesamtgesellschaftliches Thema.


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