Bayern 2 - Zündfunk


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Nuller-Nostalgie Diese sieben Songs aus dem Jahr 2001 sind gut gealtert und heute wieder brandaktuell

Für viele ist die Musik der Nuller-Jahre Bestandteil ihrer liebsten Trash-Playlist auf Spotify. Doch auch vor zwanzig Jahren war nicht alles mies. Diese sieben Songs haben im Jahr 2021 nichts an Aktualität eingebüßt.

Von: Ferdinand Meyen

Stand: 17.02.2021

Rapperin Missy Elliot auf der Bühne im Jahr 2001 | Bild: picture-alliance / dpa | Fleischhauer/Schröder

Heute, im Februar 2021, wirken die Nuller-Jahre wie eine völlig fremde Zeit. Musikfans waren auf Napster unterwegs, die Teenies trugen Cardigans, die gelbe Edition von Pokémon auf dem Gameboy Color war der heißeste Schrei und Bixente Lizarazu und Willy Sagnol bildeten die französische Abwehr-Achse beim FC Bayern. Aber es gab auch Dinge, die an Aktualität so gut wie nichts eingebüßt haben und auch heute noch absolut feierbar sind. Zum Beispiel diese sieben Songs aus dem Jahr 2001.

The Strokes – „New York City Cops“

Polizeikritik, sie war offenbar auch im Jahr 2001 schon en vogue. Okay, angesichts von Black Lives Matter und George Floyd müssten die Strokes ihr Stück heute textlich anders gestalten. Sie könnten zum Beispiel statt New York City von Minneapolis City Cops singen. Und vielleicht ist die Hook: „New York City Cops, but they ain’t to smart!” auch ein bisschen zu generalisierend und angesichts der heutigen Probleme nicht scharf genug. Aber darüber lässt sich bei dem Brett von Song locker hinwegsehen.

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New York City Cops | Bild: The Strokes - Topic (via YouTube)

New York City Cops

Missy Elliot – „Get Ur Freak On“

Dieser Song zeigt, woher sich Stars wie Cardi B oder Megan Thee Stallion ihre Inspiration geholt haben. Eigentlich asoziieren wir die Nuller-Jahre ja immer mit Britney, Destinys Child und Girl Groups, die nicht länger als drei Wochen im Geschäft waren. Missy Elliot ist da eine ziemliche Ausnahme. Sie war schon 2001 unglaublich cool und konnte rappen wie eine Göttin. Ganz ehrlich? Mit „Get Ur Freak On“ könnte man sie auch heute in eine Reihe mit den Rapperinnen stellen, die Woche für Woche die Charts stürmen. Der einzige Fehler: Der komische CGI-Effekt mit Missys Hals im Musikvideo… Das könnte man so heute nicht mehr bringen.

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Missy Elliott - Get Ur Freak On [Official Music Video] | Bild: Missy Elliott (via YouTube)

Missy Elliott - Get Ur Freak On [Official Music Video]

System Of A Down – „Aerials“

Gesellschaftskritik is strong on this one, und leider haben die meisten Themen auf diesem Crossover-Album immer noch Brisanz: Polizeigewalt, Krieg, Kindesentführung, Soziale Ungleichheit, Mental Health. Besonders in Erinnerung bleiben wird aber immer der letzte Toxicity-Song „Aerials“. Auch wegen dem Hidden Track am Ende, der an den armenischen Völkermord erinnert. Bergkarabach lässt grüßen.

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System Of A Down - Aerials (Official Video) | Bild: systemofadownVEVO (via YouTube)

System Of A Down - Aerials (Official Video)

Gorillaz – „Clint Eastwood“

Finally, someone let me out of my cage. Dieser Song hätte so wirklich auch im Lockdown entstehen können, oder? Der Text passt auf jeden Fall ziemlich gut zur aktuellen Lage. Und auch die Hook klingt fast schon so, als hätte sie ein depressiver Corona-Chiller in der Lockdown-Langeweile verfasst: "I'm useless but not for long, the future is coming on."

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Gorillaz - Clint Eastwood (Official Video) | Bild: Gorillaz (via YouTube)

Gorillaz - Clint Eastwood (Official Video)

Eve – „Who’s That Girl?“

Who’s That Girl? Eve’s That Girl!! Lalala Lalala. Das ist so iconic, dass es auch im Jahr 2021 noch jeder kennt – nicht nur, weil die Hook auch in jeder Meme-Hall-Of-Fame ihren festen Platz hat, weil sie im Laufe der Jahre von Eve-Fans immer wieder unter coole Videoclips geschnitten wurde.

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Eve - Who's That Girl? (Official Video) | Bild: EveVEVO (via YouTube)

Eve - Who's That Girl? (Official Video)

N*E*R*D – „Provider“

Das waren noch Zeiten, als Pharell Williams in Europa lange vor Hits wie „Happy“ oder „Freedom“ noch weitestgehend unbekannt war. Außer bei uns. Denn im Jahr 2001 Platz war das damalige N*E*R*D-Album auf Platz eins der Zündfunk-Jahrescharts. Wer weiß... Vielleicht liegt es auch an der depressiven Stimmung insgesamt, aber die Brokenness, mit der Pharell hier über das Leben als Dealer singt, trifft den Zeitgeist gerade wieder ziemlich gut.

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N*E*R*D - Provider | Bild: rodney reed (via YouTube)

N*E*R*D - Provider

Alicia Keys – „Fallin“

Im Lockdown sind wir mit unseren Partner*innen gerade so konfrontiert wie nie zuvor, sagt die Psychologie. Wir können nicht weg, streiten uns, aber vertragen uns auch wieder und sind letztlich froh, dass wir uns haben. Wie sollte man diese Liste also anders beschließen, als mit diesem Song? "I keep on fallin in and out of love with you". Dazu die grandiose Stimme, das Hammer-Video und die pure Nuller-Nostalgie. „Fallin“ zeigt einfach, dass man Talent auch zwanzig Jahre später noch wertschätzen kann. Und wenn man bedenkt, dass die Nuller auch Tokio Hotel hervorgebracht haben und die Backstreet Boys auf dem Gipfel ihres „musikalischen“ Schaffens standen… dann können wir glücklich sein, dass es auch solche Lieder gibt.

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Alicia Keys - Fallin' (Official Video) | Bild: aliciakeysVEVO (via YouTube)

Alicia Keys - Fallin' (Official Video)


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