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Von Matrjoschka bis zu Master of None Sieben Serien, die ihr auch wegen des Soundtracks einschalten solltet

Manche Serien kuckt man wegen der Schauspieler, weil man das Buch dazu gelesen hat oder einfach, weil sie gerade alle sehen. Wir stellen euch sieben Serien vor, bei denen sich das Anschauen allein wegen des exzellenten Soundtracks lohnt.

Von: Nabila Abdel-Aziz

Stand: 14.02.2019

Natasha Lyonne | Bild: picture-alliance/dpa

Matrjoschka

Jede Nacht stirbt Nadia auf unterschiedliche Art und Weise, um immer wieder die Party ihres 36. Geburtstags zu erleben. Und auch im Soundtrack spielt das „immer wieder“ eine Rolle. Jedes Mal nach dem sie stirbt, spielt der inoffizielle Refrain der Sendung, Harry Nilssons „Gotta get up“, den man nach ein paar Folgen nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Aber auch der Rest kann sich hören lassen, ein eklektischer Mix aus 70er Jahre Klassikern, französischem Pop, Mae West und Pussy Riot bis hin zu Beethoven Stücken. Der Vibe der Musik und der Serie: psychedelisch, düster, ein bisschen retro und mit einem Hauch von Ironie.

Zu sehen bei: Netflix

The End of the F***ing World

“Ich glaube, das ist die traurigste Musik der Welt”, sagt Jonathan Entwistle, Regisseur der Serie in einem Interview mit Billboard. Er meint damit 50er, 60er und 70er Jahre Doo Wop, der eine große Rolle in der Serie spielt. Dieser Sound steht für Entwistle für das Teenager-Dasein - in diesen Jahrzehnten entwickelte sich die Teenager-Kultur, die wir heute kennen. Die Filmemacher stellen diesen Sound der düstereren, abgedreht romantischen Handlung gegenüber. Und erst so entfaltet der Soundtrack seine geniale Wirkung. Er ist gut gelaunt und verstörend zu gleich. Zu hören sind: The Bonnevilles, Ricky Nelson, Buzzcocks - und Blurs Graham Coxon hat ein ganzes, formidables Album zur Begleitung aufgenommen.

Zu sehen bei: Netflix, Amazon

Big Little Lies

In der HBO Serie geht es um die Doppelleben vier unterschiedlicher amerikanischer Frauen in Kalifornien und die Musik tut hier mehr, als nur Stimmung zu vermitteln. Der Regisseur Jean-Marc Vallée gab jeder Figur ihre eigene musikalische Identität, jede hat ihren eigenen Musikgeschmack und die Auswahl der Songs zeigt, wie die Figuren mit ihren Emotionen umgehen. Chloe (Darby Camp) spielt Leon Bridges „River“ für ihre neurotische Mutter (Reese Witherspoon) und Celeste (Nicole Kidman) leidet zu Irma Thomas „Straight from the Heart“. In Big Little Lies ist die Musik mehr als nur Hintergrundgeräusch, sondern die Figuren sind mit ihrem Sound verwoben.

Zu sehen bei: Amazon, maxdome, iTunes, Sky, Videoload

Luke Cage

Die Serie ist ein Vintage-Hip-Hop der Ostküste Ohrenschmaus. Musikjournalist Cheo Hodari Coker hat den Soundtrack der Serie zusammengestellt. Mit dabei sind der Wu-Tang Clan, Method Man, The Notorious B.I.G, aber auch jemand wie Esperanza Spalding. Extra Schmankerl: Ali Shaheed-Muhammad von A Tribe Called Quest hat zusammen mit dem Produzenten Adrian Younge neue Musik für die Serie geliefert. Mittlerweile hat Netflix die Serie nach zwei Staffeln gecancelt, die Zusammenarbeit zwischen Shaheed-Muhammad und Younge ging aber weiter. Auf den Soundtrack zu Luke Cage folgte ihr gemeinsames Album „The Midnight Hour“.

Zu sehen bei: Netflix, maxdome, iTunes, Videoload

Treme

Die Serie ist nach dem legendären Viertel “Treme” in New Orleans benannt, bekannt für seine kreolische und afroamerikanische Musikkultur, für Jazz und Blues-Clubs. Die Serie spielt im von Hurricane Katrina zerstörten New Orleans und zeigt, welche Rolle die Musik für ihre Bewohner spielt. Besonders wenn es darum geht, die Stadt wiederaufzubauen und ihre Seele wiederzufinden. Viele Künstler New Orleans und Stars des Jazz und Blues sind zu hören: Trombone Shorty, Juvenile, Steve Earle, Kermit Ruffins, Louis Prima und viele andere.

Zu sehen bei: Amazon, maxdome, iTunes, Google Play

O.C., California

Die Serie lief zwar schon 2007 aus, ist aber vielen wegen des legendären Indie-Soundtracks noch in Erinnerung. Mehrere Indie-Bands wurden durch die Serie berühmt, wie Montreal, Rilo Kiley, The Killers oder Death Cab for Cutie. Songs wie „Fix you“ von Coldplay oder Phantom Planets "California" wurden durch die Serie zu Dauerohrwürmern.  Die Serie war außerdem die erste, die einen sogenannten „Music Supervisor“ hatte, Alexandra Patsavas, die danach noch für Grey’s Anatomy und Mad Men gearbeitet hat. Mit O.C., California hat sie für immer das perfekte Nostalgie-Mixtape der Nuller Jahre geschaffen.

Zu sehen bei: maxdome, iTunes, Google Play

Master of None

Was Zack Cowie beim Erstellen des Soundtracks wichtig war: Zeitlosigkeit. In einem Interview sagte er, das er deswegen nicht nur aktuelle Musik benutzen wollte. Und es ging ihm darum, einen New York Sound zu transportieren. Inspiration kam von Woody Allens Filmen, wie Annie Hall oder Manhattan und New Yorker Club-Musik der 70er und 80er Jahre. Ab der zweiten Staffel wird es noch bunter. Hier kommt italienische Filmmusik der 60er ins Spiel. Die Handlung spielt teilweise in Italien. Und auch sonst trauen sich die Macher der Serie, Genre-Grenzen zu überschreiten, von John Legend, Tupac Shakur Kraftwerk und Soft Cell bis zu den Vengaboys.

Zu sehen bei: Netflix


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