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Reaktionen auf Amoklauf in Texas „Unabhängig davon, auf welcher parteipolitischen Seite wir stehen – wir müssen es besser machen“

Ein 18-Jähriger soll an einer Grundschule in Texas mindestens 19 Kinder und zwei Erwachsene erschossen haben. Stimmen aus Sport und Kultur, von Matthew McConaughey bis Missy Elliott, machen deutlich: Schweigeminuten reichen nicht.

Von: Paula Lochte

Stand: 25.05.2022

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Steve Kerr Comments on the Tragic Shooting in Uvalde, Texas | Bild: Golden State Warriors (via YouTube)

Steve Kerr Comments on the Tragic Shooting in Uvalde, Texas

Er ringt sichtlich um Fassung und wendet sich dann direkt an jene, die bis heute schärfere Waffengesetze in den USA verhindern: Basketballtrainer Steve Kerr. Seine Mannschaft, die Golden State Warriors, sollen noch an diesem Abend gegen die Mavericks antreten. Doch Playoffs und Spielzüge, all das spielt an diesem 24. Mai keine Rolle mehr. Denn das Basketballspiel findet in Texas statt und nur ein paar hundert Kilometer entfernt wurden gerade mindestens 19 Kinder in ihrer Grundschule ermordet.

Der mutmaßliche Täter ist nach offiziellen Angaben ein bewaffneter 18-Jähriger. Er soll in die Robb Elementary School in der Kleinstadt Uvalde im Süden von Texas eingedrungen sein und geschossen haben. Auch zwei Erwachsene soll er umgebracht haben.

Republikanische Senatoren nehmen Amerika in „Geiselhaft“

„Ich bin es leid“, sagt Steve Kerr auf der Pressekonferenz, auf der es eigentlich um Basketball hätte gehen sollen. „Ich bin es so leid, all den zerstörten Familien da draußen mein Beileid auszusprechen. Ich bin die Entschuldigungen leid und die Schweigeminuten. Schluss damit!“

Der Basketballtrainer erinnert daran, dass nur Tage zuvor in einem Supermarkt in Buffalo zehn Menschen aus rassistischen Motiven erschossen wurden, und im US-Bundesstaat Kalifornien ein Mann auf Kirchgänger schoss. Nun wurden Schulkinder ermordet. „Wann tun wir endlich etwas?“, fragt Steve Kerr.

An den Minderheitenführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, gerichtet und jene Senatoren, die eine Verschärfung der Waffengesetze bisher verhinderten, sagt Kerr: „Wollen Sie Ihre eigene Machtgier über das Leben unserer Kinder, unserer Älteren und unserer Kirchgänger stellen?“ Er wirft ihnen vor, das Land für den eigenen Machterhalt in „Geiselhaft“ nehmen. „Das ist erbärmlich!“, ruft er. Und geht.

Taylor Swift teilte das Statement des Basketballtrainers

Musikerin Taylor Swift sprach der Basketballtrainer mit seinem Statement offensichtlich so aus der Seele, dass sie ein Video der Pressekonferenz mit ihren Millionen Followern teilte. Dazu schrieb sie, die Morde in der texanischen Kleinstadt Uvalde erfüllten sie mit Wut und Trauer. Und wie der Basketballtrainer erinnert sie daran, dass die Tat an der Grundschule kein Einzelfall ist, das zeigten die Schüsse im Supermarkt in Buffalo, jene an der Kirche im kalifornischen Laguna Woods und viele weitere Beispiele. Die USA seien auf „unerträgliches Herzensleid konditioniert“ worden, schreibt Swift.

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Taylor Swift Filled with rage and grief, and so broken by the murders in Uvalde. By Buffalo, Laguna Woods and so many others. By the ways in which we, as a nation, have become conditioned to unfathomable and unbearable heartbreak. Steve’s words ring so true and cut so deep. https://t.co/Rb5uwSTxty

Weitere Reaktionen auf den Amoklauf aus Kunst und Kultur

Immer weniger wollen die Waffengewalt in den USA hinnehmen: Basketballtrainer Steve Kerr und Musikerin Taylor Swift sind nicht die einzigen Stimmen aus Sport und Kultur, die sich nun mit Appellen an die Politik wenden. Sängerin Bette Midler fragt auf Twitter den Gouverneur von Texas, Greg Abbott: „Sind Sie jetzt zufrieden?“ Der Republikaner hatte 2015 getwittert, er schäme sich, dass Texas nur die Nummer 2 sei bei den landesweiten Waffenkäufen und hatte die Texaner aufgefordert, „einen Zahn zuzulegen“.

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bettemidler Are you happy now, Governor Abbott? I guess you are. https://t.co/cKJNgHd2wj

Amanda Gorman kritisiert Untätigkeit als unmenschlich

Dichterin Amanda Gorman bei Bidens Amtseinführung. Nun fordert sie Handeln.

Die Poetin Amanda Gorman, berühmt geworden durch das Gedicht, das sie bei der Amtseinführung von US-Präsident Biden performte, schreibt auf Twitter, nur ein Monster könne Kinder töten. Doch nicht nur an den direkten Täter richtet sie ihre Kritik: „Zuzusehen, wie Monster immer wieder Kinder töten und nichts zu tun, ist nicht nur Wahnsinn – es ist unmenschlich.“

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Amanda Gorman It takes a monster to kill children. But to watch monsters kill children again and again and do nothing isn’t just insanity—it’s inhumanity.

Matthew McConaughey hält den USA den Spiegel vor

Schauspieler Matthew McConaughey kommt selbst aus Uvalde, dem Ort des Schoolshootings.

Auch Hollywoodstar Matthew McConaughey, der 2014 einen Oscar für „Dallas Buyers Club“ gewann, fordert Veränderungen. Er stammt selbst aus der texanischen Kleinstadt Uvalde, wo der Amoklauf an der Grundschule stattfand. Auf Twitter schreibt er: „Dies ist eine Epidemie, die wir in den Griff bekommen können, und unabhängig davon, auf welcher parteipolitischen Seite wir stehen, wissen wir alle, dass wir es besser machen können. Wir müssen es besser machen.“ Jeder einzelne solle in den Spiegel schauen und sich fragen, was er dazu beitragen könne, das Land sicherer zu machen.  

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Matthew McConaughey Uvalde, Texas, USA. https://t.co/0iULRGtREm

Uvalde, Texas, USA. https://t.co/0iULRGtREm | Bild: McConaughey (via Twitter)

The Chainsmokers klagen die USA an

Die Band The Chainsmokers aus New York schreibt: „Es muss sich etwas verändern in diesem Land.“ Die USA seien das einzige Land, in dem Kinder in die Schule gehen – und möglicherweise nie zurückkehren, weil sie dort erschossen werden.

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THE CHAINSMOKERS Our hearts go out to those in texas at the Robb elementary school and everyone effected. Something has to change in this country. We are the only country where kids go to school and could wind up shot.

Missy Elliot hat keine Antworten – aber Liebe

„Wir leben in schwierigen Zeiten“, schreibt wiederum Rapperin Missy Elliot. „Ich bete für alle, die mental, finanziell oder körperlich dafür kämpfen, dass etwas Frieden wiederhergestellt wird.“ Sie sehe die Schmerzen so vieler auf der Welt und habe zwar selbst keine Antworten, aber: „Ich sende euch virtuell Liebe.“

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Missy Elliott We living in some TRYING TIMES… It’s Heavy…😞I am praying for everyone that is struggling MENTALLY/FINANCIALLY/PHYSICALLY that some PEACE be RESTORED! So many in the world is dealing with pain & I don’t have the answers but I send you LOVE virtually💜🙏🏾

Grammy-Abräumer Jon Batiste fordert Veränderungen

Und Musiker Jon Batiste, mit fünf Auszeichnungen einer der großen Grammy-Gewinner in diesem Jahr, bringt die Forderungen aus Sport und Kultur nach dem Schoolshooting in Texas noch einmal auf den Punkt: „Wir brauchen Veränderungen – jetzt.“

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jon batiste We need to make some changes now