Bayern 2 - Zündfunk


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Unterwegs mit Ran Huber Eine Tour durch Berlin mit dem Vorzeige-Booker von "amSTARt"

Er stammt aus Diessen am Ammersee, spielte in der Ur-Besetzung von The Notwist mit, zog dann aber nach Berlin und gründete dort das Konzert-Büro „Am Start“. Ran Huber kümmert sich wohl wie kein Zweiter in Berlin um die Indie-Bands der Zukunft. Vor kurzem feierte er 20 Jahre „Am Start“. Wir waren mit ihm unterwegs.

Von: Ralf Summer

Stand: 04.03.2020

Begonnen hat bei "amSTARt" alles als Ping-Pong-Abend: Eine Band aus Bayern, eine aus Berlin. Seit nun mehr 20 Jahren kümmert sich Ran Huber so um die Zukunft der Nachwuchs-Indie-Bands. Hier nimmt uns der mehrfach vom Berliner Senat für seine Verdienste um die Pop-Kultur geförderte Booker für einen Musikspaziergang durch seine Wahl-Heimat mit. Viele Konzert-Locations der Nachwendejahre sind längst dem Wandel in Berlin zum Opfer gefallen, wie das Maria Am Ostbahnhof, in dem Huber zwischen 1999 und 2002 Auftritte organisierte – u.a. von Chicks On Speed, Supercollider oder Pan Sonic.

Berlin spült immer wieder neue Orte und Künstler*innen hoch

Ran Huber in seinem Element: Plakatieren in Berlin.

Im Maria wurden einige Szenen für den Film Berlin Calling (2008) gedreht, heute ist der ehemalige Club-Sitz des Online-Händlers Zalando. Danach zog Huber mit seinen Konzerten ein paar Meter weiter ins Maria Am Ufer. Dort waren Jamie Lidell oder Angie Reed Rans Gäste. Das Ein-Mann-Büro "amSTARt“ veranstaltete die ersten Shows von Dagobert und Jens Friebe, brachte Feedom auf die Bühne (die Kanadier Peaches, Chilly Gonzales und Taylor Savvy), lud die MashUp-Pioniere 2ManyDJs ins WMF, das Jeans Team und Ladytron ins Tacheles, Herman Düne ins KuLe und in die Kopier Bar Erlend Oye und Support-Act (!) Leslie Feist.

Wer in Berlin die ersten Konzerte von Künstler*innen veranstaltet, veranstaltet damit oft auch die ersten Konzerte für sie in Deutschland. Es wird eine Reise durchs Auf- und Untergehen, der Verdrängung und Gentrifizierung. Wir erleben Berlin als schnelllebige Metropole, die immer wieder neue Orte und Künstler*innen hochspült.


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