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Posthumes Album "Originals" Prince und die Hits, die er hergeschenkt hat

Zwei Jahre nach seinem Tod, erscheint ein neues, posthumes Prince-Album. Es enthält von ihm eingesungene Demos, die andere Künstler und Bands zu Hits machten: The Bangles, Kenny Rogers oder Sheila E.. "Originals" ist musikalisch großartig, hat aber auch eine Schattenseite.

Von: Thomas Mehringer

Stand: 19.06.2019

Prince gestorben | Bild: picture-alliance/dpa

Am 21. April 2016 kam die traurige Nachricht: Prince ist tot. Neben seiner monumentalen Diskografie, ließ der Ausnahmekünstler eine ganze Reihe an Songs zurück, von denen viele nicht wissen, dass diese eigentlich aus seiner Feder stammen. Denn zu Hits gemacht haben sie andere Musiker. Zum Beispiel: “Nothing Compares 2 U”.

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Prince - Nothing Compares 2 U (Official Music Video) | Bild: Prince (via YouTube)

Prince - Nothing Compares 2 U (Official Music Video)

Sinaed O’Connor feierte mit diesem Song 1985 einen Riesenerfolg. Prince hatte es eigentlich '84 für eine Band namens The Family geschrieben. Ein anderer Welthit: Manic Monday. Wissen die wenigsten, aber auch “Manic Monday” stammt von Prince. Er hatte es '84 unter dem Pseudonym “Christopher” geschrieben, um es mit der Girlgroup Apollonia 6 im Duett zu singen. Er entschied sich um, bot den Song den Bangles an und die machten es zum weltweiten Hit. Nummer zwei in den USA und Deutschland, bei uns alleine 18 Wochen in den Charts.

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The Bangles - Manic Monday | Bild: TheBanglesVEVO (via YouTube)

The Bangles - Manic Monday

Als würde die die Stimme von Prince ausgetauscht werden

Nun erscheinen die Hits, die er für andere schrieb, auf einer Platte -  von ihm selbst gesungen. “Originals” heißt sie. 15 Tracks sind darauf, 14 davon unveröffentlicht. Natürlich hat er als Komponist die Songs als Demos aufgenommen, bevor er die Arrangements weitergereicht hat. Diese Demos hören wir - und staunen. Denn teilweise sind die Demos genauso arrangiert wie der Original-Songs - was bedeutet, dass einfach nur Prince Stimme ausgetauscht wurde. Das Album “Originals” zeigt auch, dass Prince jedes Genre bereichern konnte. Denn auch Country-Stars wie Kenny Rogers hat er Hits rübergeschoben.

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You're My Love | Bild: Kenny Rogers - Topic (via YouTube)

You're My Love

Gründe fürs Weiterreichen der Songs gab es viele: Auftragsarbeiten, denn die lagen einfach bei ihm in der Schublade. Für befreundeten Künstler, wie seine Schlagzeugerin Sheila E., hatte er auch Visionen.

Das Prince-Geschäft

Hört man “Originals” einmal durch und blendet aus, dass man die Songs von anderen Bands und Künstlern kennt, ist die Platte ein weiterer Beweis für das unfassbare Genie von Prince. Wir könnten hier ein eigenständiges Prince-Album aus den 80ern hören. Tracks wie “Holly Rock” oder “Love..Thy Will Be Done” sind extrem gut gealtert.

Eines wird also klar: Prince hätte in den Achtzigern noch zig weitere Hits haben können, hätte er nicht so manchen Song an die richtigen Leute weitergereicht. Das ist die eine Seite der Medaille, die Schöne. Die andere ist, dass es bei dieser Platte leider auch dezent nach Leichenfledderei riecht. Denn verantwortlich für das Album ist einer der Prince-Nachlassverwalter, Troy Carter, das ist der Ex-Manager von Lady Gaga und Rap-Milliardär Jay-Z. Der hat das Album schon vor zwei Wochen auf seinen Streaming-Dienst Tidal gestellt, um mehr Abonnenten mit dem exklusiven Inhalt zu locken. Darum bei aller Dankbarkeit, dass diese Demo-Perlen nicht verschütt gegangen sind, darf man jetzt und in den nächsten Jahren nie vergessen: Prince Genius ist auch immer noch ein Riesen-Geschäft.


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