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Ladytrons & Electronicats Diese Pionierinnen der elektronischen Musik sind zu Unrecht vergessen

Die männlichen Pioniere der elektronischen Musik sind weithin bekannt – aber genauso gibt es auch weibliche Wegbereiterinnen. Höchste Zeit, "Strippenzieherinnen" wie Delia Derbyshire oder Suzanne Ciani zu würdigen. Eine Gedächtnisauffrischung von Kalle Laar.

Von: Ralf Summer

Stand: 13.07.2018

Delia Derbyshire | Bild: Screenshot Youtube

Karl-Heinz Stockhausen, Pierre Henry, Jean-Jacques Perrey – die männlichen Pioniere der elektronischen Musik sind weithin bekannt und gehören zum Weltkulturerbe. Aber wie sieht es mit den weiblichen Wegbereiterinnen aus: Wer kennt schon Namen wie Ada Lovelace, Johanna Magdalena Beyer, Bebe Barron, Delia Derbyshire, Laurie Spiegel, Suzanne Ciani?

Die britische Mathematikerin Ada Lovelace entwickelte um 1840 das erste Computerprogramm – und dachte dabei gleich an eine musikalische Anwendung. O Superwoman: Delia Derbyshire leitete den Radiophonic Workshop der BBC – und bekam Hörerpost von Helden psychedelisch-angehauchter Rock-Musik: Brian Jones (Rolling Stones, †) und Syd Barrett (Pink Floyd, †). Elektronische Künstler wie Silver Apples oder Aphex Twin wurden von ihren Radioklangexperimenten ebenso beeinflusst wie Bands à la Stereolab oder Lali Puna.

Der Münchner Autor, Vinylkundler und Audio-Künstler Kalle Laar, Betreiber der Homepage www.soundmuseum.com, stellt nun diese vergessenen "Strippenzieherinnen" vor. Der Grund, wieso wir sie nicht kennen: Oft standen sie im Schatten männlicher Musiker oder Erfinder. Oder die männlich dominierte Geschichtsschreibung hat sie schlicht ignoriert. Bisher. Höchste Zeit, diese "Cable Dancers", diese "Wifes Of The Wires" zu würdigen.


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