Bayern 2 - Zündfunk


5

Der Eels-Sänger im Interview Mark Oliver Everett über die Fehler seines Vaters und seine Abneigung persönliche Musik zu machen

Mark Oliver Everett ist der Kopf hinter dem Projekt Eels. Gerade ist er 55 Jahre alt geworden und beschenkt sich und seine Fans mit seinem neuen Album "The Deconstruction". Wir haben mit ihm über sein verändertes Privatleben und seine Musik gesprochen.

Von: Amy Zayed

Stand: 13.04.2018

Mark Oliver Everett ist der Kopf hinter dem Projekt Eels, abgekürzt "E". Der amerikanische Musiker ist diese Woche 55 geworden und beschenkt sich und seine Fans mit seinem neuen Album, mit Platte Nummer12 um genau zu sein. "The Deconstruction" heißt sie und dafür hat er sich immerhin vier Jahre Zeit gelassen. Vier Jahre, um sich und die Musik zu überdenken - und sich inspirerend zu lassen. Wir haben mit ihm über sein verändertes Privatleben und seine Musik gesprochen.

Zündfunk: Hat deine Vaterrolle Dich inspiriert oder zum Nachdenken angeregt?

Ich glaube, man fragt sich immer, ob man wirklich ein guter Vater sein kann, wenn man so eine verkorkste Kindheit hatte wie ich. Mein Vater hat seine Vaterrolle nie richtig wahrgenommen. Was einen guten Vater ausmacht, kann ich deshalb noch nicht mal in Worte fassen. Es sei denn, dein größter Wunsch wäre es, dass dein Vater ein Physikgenie ist. Dann hätte mein Vater meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Ich dachte mir dann: Hey, also, schlimmer als der kannst Du gar nicht sein! Zumindest weiß ich ziemlich genau, wie ich als Vater nicht sein will.

Dein neues Album versetzt uns gefühlt in die 50er Jahre. Als wäre man in einem alten Film. Lieder wie "The Epiphany" oder "Archie Good Night" haben diesen besonderen Flair. Wie willst du das live bloß umsetzen?

Wenn ich ein Album mache, denke ich überhaupt nicht  daran, wie es live klingen könnte. Wo ist denn der Sinn, wenn man sich ein Ticket kauft, einen Baby-Sitter sucht, mühsam nach einem verdammten Parkplatz sucht, sich vielleicht bei Wind und Wetter aus dem Haus quält, um am Ende genau das zu hören, was man sich auch zu Hause auf Platte anhören könnte? Das ist sinnlos! Ich will, dass sich meine Musik live vollkommen anders anhört. Auf meiner Tour wird es sicher auch Musik von diesem Album geben. Aber ich habe noch keine Ahnung, wie das klingen wird - sicher nicht wie auf der Platte.

"The Deconstruction" hat einiges gemeinsam mit den Eels Alben "Electroshock Blues" und "Souljagger" und einigen Elementen auf dem Vorgängeralbum "The Cautionary Tales of Mark Oliver Everett". Sie sind alle sehr persönlich.

Das Letzte Album "Cautionary Tales" bereitet mir immer noch Kopfschmerzen. Ich hasse es, dass mein Name im Titel ist. Ich hasse es, dass mein Bild auf dem Cover ist. Es ist einfach zu persönlich und das hab ich schon immer gehasst. Aber ich habe es gemacht, weil ich es als Herausforderung gesehen habe. Und es ging mir auch leichter von der Hand als dieses hier.

Aber warum wolltest Du es unbedingt machen, wenn Du Dich dabei so unwohl gefühlt hast?

Manchmal brauche ich das als Künstler. Das ist dann die Herausforderung: Etwas zu tun, was mir total unangenehm ist.

___________________________________________

Noch mehr aus dem Interview mit Mark Oliver Everett könnt ihr ganz oben auf dieser Seite hören.


5