Bayern 2 - Zündfunk


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Zwischen Science und Fiction Eine Kulturgeschichte der Alien-Jagd

Außerirdisches Leben wäre die größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte. Fernab von Regierungsprogrammen und Verschwörungstheorien suchen Menschen auf der ganzen Welt den Nachthimmel ab - und verraten dabei mehr über uns Erdenbewohner als über den Kosmos.

Von: Gregor Schmalzried

Stand: 07.11.2018

Vor einem knappen Jahrzehnt hat der Wissenschaftler Seth Shostak mit einer Gruppe Studenten eine Wette abgeschlossen: Er wettete, dass die Menschheit innerhalb von zwei Dutzend Jahren auf außerirdisches Leben stoßen würde. Shostak ist die wahrscheinlich wichtigste Persönlichkeit der SETI-Bewegung weltweit - SETI, das steht für Search for Extra-Terrestrial Intelligence. Seinen Optimismus teilen nicht alle. Von SETI kommen keine Verschwörungstheorien, sondern wissenschaftliche Methoden, das Absuchen von Strahlungen aus dem Weltall auf außerirdische Nachrichten zum Beispiel.

SETI - Die Grenzwissenschaft

"SETI ist keine sichere Wissenschaft", sagt Shostak. "Es kostet dich elend viel Zeit und es ist möglich, dass du nie etwas findest." Aber was, wenn doch? Der Konsens der Forschung ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo im Weltraum Außerirdische existieren, ist hoch. Nur, warum haben wir noch niemanden gefunden? "Ich denke, dass das Thema das wichtigste Thema der Menschheit irgendwann sein könnte", erklärt Hakan Kayal, der an der Universität Würzburg zu SETI forscht.

Für die Leidenschaft der beiden Forscher gibt es in der akademischen Welt nicht viele Mitstreiter. Für die Suche nach Außerirdischen gibt es weder in Deutschland noch in den USA staatliche Fördergelder - sie wird heute fast ausschließlich durch Spendengelder finanziert. Anders als in Science-Fiction-Filmen wie "Contact" halten sich die Regierungen aus der Sache heraus - und so hat ein riesiges dezentrales Netzwerk die Verantwortung dafür übernommen. Auf der ganzen Welt suchen gemeinnützige Organisationen, wagemutige Wissenschaftler und hunderttausende Privatleute gemeinsam nach der größten Entdeckung der Menschheitsgeschichte: Außerirdischem Leben.

Zwischen Science und Fiction

Für sie alle ein Einfluss: Science-Fiction-Filme und -Bücher. "Die ganzen Aliengeschichten sind sehr interessiert an den Konventionen der Abenteuer-Literatur", sagt die Science-Fiction-Expertin Klaudia Seibel. "Wir reisen irgendwo hin und begegnen jemand Fremdem. Und als die weißen Flecken auf der Landkarte ausgingen, musste man das eben auf fremden Planeten tun."

Der Zündfunk Generator erzählt von Menschen, die auf der Suche nach der neuen - und vielleicht letzten - menschlichen Grenzerfahrung sind. Denn irgendwo da draußen könnte wirklich jemand sein. Mit dem Klick oben auf das Bild startet der Podcast!


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